Dießen – Die Psychosomatische Klinik Kloster Dießen und die Kinowelt am Ammersee in Dießen setzen ihre gemeinsame Filmreihe „Kino und Psyche – Wahlverwandtschaften" fort. Am Donnerstag, 27. November, um 19 Uhr steht mit „Shambhala" der zweite Filmabend auf dem Programm.
Unter dem Leitthema der Wahlverwandtschaften widmet sich die Reihe der Frage, wie Beziehungen entstehen, wachsen und manchmal auch gegen jede Wahrscheinlichkeit Bestand haben. Familie wird uns in die Wiege gelegt, Freundschaft dagegen scheint eine bewusste Entscheidung zu sein – oder etwa doch nicht? Vier ausgewählte Filme erzählen von unerwarteten Bindungen, die sich zwischen Menschen entwickeln, die zunächst nichts miteinander verbindet. Die Protagonisten werden herausgefordert, irritiert oder überrascht, wenn ihnen Freundschaft in Formen begegnet, mit denen sie nicht gerechnet hätten. Jede Vorstellung wird durch eine kurze Einführung begleitet und bietet im Anschluss Raum für Gespräch und Austausch, wenn Interesse oder Bedarf bestehen.
Mit „Shambhala" zeigt die Filmreihe einen außergewöhnlichen Beitrag aus Nepal, der 2025 für den Auslands-Oscar eingereicht wurde. Die junge, schwangere Pema lebt mit ihren drei Ehemännern in einer der höchstgelegenen Siedlungen der Welt im nepalesischen Himalaya, einem der letzten Orte, an denen die alte Tradition der Polyandrie noch praktiziert wird. Als ihr erster Ehemann Tashi auf einer Handelsroute nach Lhasa verschwindet und Gerüchte um die Herkunft des ungeborenen Kindes die Runde machen, gerät Pemas Leben aus dem Gleichgewicht. Gemeinsam mit ihrem zweiten Ehemann, dem Mönch Karma, bricht sie in die unwirtliche Bergwelt auf, um Tashi zu suchen. Die Reise wird zu einem Weg spiritueller Selbsterkenntnis, der Pema schließlich zu ihrer inneren Bestimmung führt – und möglicherweise zu Shambhala, jenem sagenumwobenen Königreich, in dem Mensch und Natur im Einklang leben.
Der Verleih beschreibt den Film als eine eindrucksvolle Verbindung aus Tradition und Moderne. Regisseur Min Bahadur Bham bringt nicht nur die majestätische Himalaya-Landschaft auf die Leinwand, sondern auch eine starke und moderne weibliche Hauptfigur. „Shambhala" sei „eine verführerische Odyssee durch den Himalaya", so Screen International, und ein kraftvolles Filmereignis über Weisheit, Zusammenleben und den Mut zur eigenen Wahrheit.
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