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Landsberg: Wie heizen wir morgen?

Landsberg: Wie heizen wir morgen? Bild: aloys.news

Landsberg am Lech – Der Klimaschutzbeirat der Stadt Landsberg am Lech, der BUND-Naturschutz und LENA e.V. luden zu einer Informationsveranstaltung ins Sportzentrum ein. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Landsberg eine klimafreundliche, verlässliche und langfristig planbare Wärmeversorgung aufbauen kann. Die Veranstaltung richtete sich an Bürgerinnen und Bürger, Kommunalpolitik und Verwaltung.

Hans Gröbmayr, Fachreferent für Energie- und Klimathemen, aus der Gemeinde Glonn berichtete: Dort wurden acht Wärmenetze aufgebaut – getragen von privaten Initiativen wie einem Landwirt mit Bioheizkraftwerk oder einem Sägewerk mit Hackschnitzeln. Das Beispiel zeigte, wie lokale Akteure die Wärmewende vor Ort voranbringen können. Ein enormes politisches Engagement von Politikern und der Gemeinde war notwendig. Ebenfalls - und das ist in einer Gemeinde mit 5000 Einwohnern leichter wie z. B. in Landsberg - die Bürger und Bürgerinnen mitzunehmen war wegweisend.

Einen zentralen Schwerpunkt bildete der Vortrag des Hydrogeologen Ferdinand Flechtner, der das Potenzial der Geothermie in Südbayern und speziell für Landsberg erläuterte. Seine Botschaft fiel eindeutig aus: Klimaneutrales Heizen ist bis 2045 möglich - auch in Landsberg. Der Wärmebereich sei der größte Hebel für wirksamen Klimaschutz, betonte Flechtner. Rund 50 Prozent des gesamten Energieverbrauchs in Deutschland entfielen auf die Wärmeversorgung.

Flechtner stellte zwei grundlegende Strategien für die Wärmewende vor: Weniger Wärme verbrauchen - etwa durch Sanierungen und Effizienzmaßnahmen und andere Heizsysteme nutzen, insbesondere Wärmepumpen, Biomasse und Wärmenetze. Zur Frage, ob Fernwärme in Landsberg wirtschaftlich betrieben werden könne, äußerte er sich vorsichtig optimistisch. Geothermie könne sowohl oberflächennah als auch in großen Tiefen genutzt werden. Während flache Sonden und Erdwärmekollektoren einzelne Gebäude versorgen, ermögliche die Tiefengeothermie mit Bohrungen bis zu 5.000 Metern Tiefe die Versorgung ganzer Stadtteile. Beide Varianten lieferten ganzjährig Wärme und stärkten zugleich regionale Wertschöpfung und Know-how.

Doris Kömmling von der kommunalen Klimaagentur Klima3 stellte Beratungsangebote für Kommunen und Private vor. Sie ging auf Fördermöglichkeiten und Finanzierungsmodelle ein, darunter Genossenschaften und Bürgerbeteiligungen wie in der Gemeinde Fuchstal.

Neben den fachlichen Impulsen bot die Veranstaltung viel Raum für Fragen, Diskussionen und Austausch. Deutlich wurde: Die Wärmewende ist eine große Aufgabe aber sie ist machbar, wenn Kommunen, Fachleute und Bürgerinnen und Bürger gemeinsam handeln.

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