Rosenheim – Polizeipräsident Robert Kopp: Im Jahr 2020 hat sich die positive Tendenz der vergangenen Jahre bei der rückläufigen Entwicklung der Kriminalität bestätigt. Dies ist zweifellos ein erfreulicher Trend, der für das vergangene Jahr allerdings auch im Lichte der Corona-Pandemie betrachtet werden muss. Die beiden Lock-Downs im Frühjahr und Winter, Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen sowie nächtliche Ausgangssperren sorgten dafür, dass viele Bürgerinnen und Bürger gezwungen waren, ihre gewohnten Verhaltensweisen zu ändern. Die eigenen Wohnräume wurden seltener verlassen, Urlaubsreisen fielen auf Grund geschlossener Hotellerie und Gastronomie aus, das öffentliche Leben kam an manchen Stellen fast komplett zum Erliegen. Diese Rahmenbedingungen bewirkten gleichzeitig Veränderungen im polizeilichen Einsatzgeschehen. Darüber hinaus ergaben sich Verschiebungen in einigen Kriminalitätsfeldern.
Die registrierten Straftaten haben vergangenes Jahr in unserem Zuständigkeitsbereich einen neuen statistischen Tiefstand erreicht. Auch unsere hervorragende Aufklärungsquote konnte mit 75,6 Prozent nochmals verbessert werden. Die Zahlen der Polizeilichen Kriminalstatistik, mit weniger Straftaten als noch vor zehn Jahren, belegen den hohen und etablierten Sicherheitsstandard im südlichen Oberbayern.
Trotz dieser positiven Entwicklung ist uns bewusst, dass das Sicherheitsgefühl unserer Bevölkerung an manchen Stellen beeinträchtigt ist. Ich sehe es als gemeinsame Aufgabe von Politik, Justiz und Polizei, den Bürgerinnen und Bürgern im südlichen Oberbayern zu vermitteln, dass die objektive Sicherheit über Maß gewährleistet ist und sich die Menschen hier sicher fühlen können. Das Risiko im südlichen Oberbayern Opfer einer Straftat zu werden ist deutlich geringer, wie in vielen anderen Regionen der Bundesrepublik Deutschland! Der vorliegende Sicherheitsbericht macht dies sehr deutlich.
Unser Ziel ist es, diesen guten Sicherheitsstandard zu erhalten - mit gezielter Prävention und einem hohem Druck auf Täter durch repressive Kriminalitätsbekämpfung! Insbesondere das Phänomen „Callcenter Betrug", bei dem wir im vergangenen Jahrso viele Straftaten wie noch nie feststellen mussten - auch wenn es in den meisten Fällen nur beim Versuch geblieben ist - verlangt eine weitere Intensivierung unserer Maßnahmen.
Die Nähe zu unserer Bevölkerung und der stetige Austausch mit unseren Bürgerinnen und Bürgern sind mir eine Herzensangelegenheit und Elemente einer verbindenden und erfolgreichen Sicherheitsarchitektur. Dazu zählt unsere bewährte „Notrufoffensive 110". Helfen Sie uns, damit wir Ihnen helfen können! Ihre Mitteilungen über verdächtige Wahrnehmungen tragen dazu bei, unsere Region noch sicherer zu machen. Die Tatsache, dass sich immer mehr Gemeinden und Städte für die Einführung einer ehrenamtlichen Sicherheitswacht entschieden haben, empfinde ich als sehr erfreuliche Entwicklung.
Sicherheit im Herzen - Zukunft im Blick! Getreu unserem Motto werden wir uns auch künftig gemeinsam mit anderen Behörden, Feuerwehren sowie mit Hilfs- und Rettungsdiensten für die bestmögliche Sicherheit und ein gutes Sicherheitsgefühl der Menschen im südlichen Oberbayern einsetzen.
Gesamtentwicklung
Im Jahr 2020 wurden 54.141 Straftaten in der PKS erfasst. Dies bedeutet erneut einen leichten Rückgang um 627 Straftaten bzw. 1,1 %. Auf Grund der Corona-Pandemie sind Vergleiche zu den Vorjahren jedoch nur eingeschränkt möglich. Ohne ausländerrechtliche Straftaten wurden 47.043 Delikte - deutlich weniger als noch vor 10 Jahren - registriert.
Aufklärungsquote
Die Aufklärungsquote stieg im Vergleich zum Vorjahr auf 75,6 % (2019: 72,7 %). Ohne ausländerrechtliche Straftaten lag die Aufklärungsquote bei 71,9 % (2019: 68,4 %). Im südlichen Oberbayern werden damit drei von vier Straftaten aufgeklärt!
Häufigkeitszahl
Im Jahr 2020 sank die Häufigkeitszahl um den Wert von 58 im Vergleich zum Jahr 2019 auf 4.206 Straftaten. Ohne ausländerrechtliche Straftaten liegt der Wert bei 3.654 Straftaten pro 100.000 Einwohner und damit um 95 Delikte unter dem Vorjahr. Die Werte liegen damit sogar unter dem bayernweiten Durchschnitt mit 4.528 Delikten bzw. 4.291 ohne ausländerrechtlichen Straftaten.
Tatverdächtige
Im Jahr 2020 wurden insgesamt 31.575 Tatverdächtige ermittelt. Im Vergleich zum Vorjahr (2019: 31.584) ist dieser Wert nahezu identisch. Nach wie vor werden Straftaten überwiegend von männlichen Tatverdächtigen begangen, ihr Anteil betrug 78 %. Bezugnehmend auf das Alter gilt festzustellen, dass es sich bei den Tatverdächtigen um 25.832 Erwachsene (+2,3 %), 2.413 Heranwachsende (-6,7 %), 2.405 Jugendliche (-8 %) und 925 Kinder (-17,8 %) handelte.
Der Anteil der ausländischen Tatverdächtigen lag bei 15.024 (2019: 15.496) bzw. 47,6 %. Ohne die ausländerrechtlichen Straftatbestände verringerte sich der Anteil ausländischer Tatverdächtiger auf 34,6 %. Dennoch sind die ausländischen Staatsangehörigen deutlich überrepräsentiert, zumal der Anteil an der Wohnbevölkerung nur 12,3 % beträgt.
Kriminalität und Alkohol
Der Anteil der Tatverdächtigen, die bei Tatbegehung unter Alkoholeinfluss standen, verringerte sich im Berichtsjahr erneut um 377 auf 2.994 Personen bzw. um 11,2 %. Alkohol ist nie die monokausale Ursache für Aggressionen und Gewalt, jedoch wirkt der Alkohol auf die menschliche Psyche und kann die Bereitschaft für aggressives Verhalten erhöhen. Bei Gewaltstraftaten macht sich der Einfluss von Alkohol nach wie vor deutlich bemerkbar, auch wenn der Anteil im Vergleich zum Vorjahr auf 26,2 % sank (2019: 31 %). 11,6 % der Heranwachsenden und Jugendlichen standen 2020 bei der Tatausführung
unter Alkoholeinfluss (2019: 12,6 %).
Kriminalität im Kontext mit Zuwanderung
2020 betrug der Anteil an tatverdächtigen Personen aus dem Kreis der Zuwanderer (ohne ausländerrechtliche Verstöße) 10,9 % (2019: 11 %). Durch diesen Personenkreis wurden 2020 3.822 Straftaten (ohne Straftaten nach dem AufenthG) begangen (2019: 4.113). Es ist damit ein Rückgang um 7,1 % zu verzeichnen. Nach wie vor wird etwa ein Viertel der Straftaten in den Unterkünften begangen.
Unter den Zuwanderern befinden sich Personen unterschiedlichen Alters und aus unterschiedlichen Kulturkreisen. Neben der überwiegenden Mehrheit der Migranten, die polizeilich nicht in Erscheinung treten, gibt es auch Personen, die in relativ kurzer Zeit für eine hohe Anzahl an Straftaten verantwortlich sind. Der Anteil der Zuwanderer an den ausländischen Tatverdächtigen lag bei 8.667 Personen.
Kriminalitätsstruktur
Der prozentuale Anteil der verschiedenen Deliktsbereiche bei der Gesamtkriminalität unterlag 2020 auf Grund der Pandemie gewissen Veränderungen. Im Bereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd sank der prozentuale Anteil der Diebstahlsdelikte um 3,5 % auf 16,6 % (2019: 20,1 %), der Vermögens- und Fälschungsdelikte um 0,5 % auf 14,6 % (2019: 15,1 %) und Verstöße im Sinne von Rohheitsdelikten und Straftaten gegen die persönliche Freiheit um 0,2 % auf 16,3 % (2019: 16,5 %).
Rückgänge gab es hier vor allem im Bereich der ausländerrechtlichen Straftatbestände.
Ein prozentualer Anstieg ist demgegenüber in folgenden Deliktsbereichen zu verzeichnen: Sexualdelikte 1,7 % (2019: 1,5 %), Strafrechtliche Nebengesetze 25 % (2019: 23,2%) und Sonstige Straftaten gem. StGB mit 25,7 % (2019: 23,6 %).
Diese Veränderungen beruhen ganz überwiegend auf einer Verschiebung zwischen den Deliktsbereichen und nicht auf einem Anstieg der erfassten Straftaten.
Ausgewählte Delikts- und Phänomen-Bereiche
Gewaltkriminalität
Die Gewaltkriminalität im Bereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd ist seit 2015 erstmals wieder rückläufig. Im Jahr 2020 wurden im Bereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd 1.486 Gewaltstraftaten in der PKS erfasst (2019: 1.676). Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies einen Rückgang von 190 Straftaten bzw. 11,3 %. Bei dieser positiven Entwicklung spielen die Lockdowns vom Frühjahr und Herbst eine Rolle. Gerade die Einschränkungen im Nachtleben durch Ausgangssperre und Kontaktbeschränkungen aber auch Alkoholverbote haben die Tatgelegenheiten insbesondere im öffentlichen Bereich deutlich reduziert.
Die Aufklärungsquote im Bereich der Gewaltkriminalität stieg 2020 um 4 % auf 90,6 % (2019: 86,6 %). 2020 wurden im Bereich der Gewaltkriminalität insgesamt 1.583 Tatverdächtige ermittelt (2019: 1.700). Der Anteil der ausländischen Tatverdächtigen lag 2020 bei 647 bzw. 40,9 % (2019: 769 bzw. 45,2 %). Der Anteil der Kinder, Jugendlichen und Heranwachsenden an Tatverdächtigen lag 2020 bei 449 bzw. 28,4 % (2019: 499 bzw. 29,4 %).
Bei der Betrachtung einzelner Deliktsfelder stellt man fest, dass bei der gefährlichen und der schweren Körperverletzung im Jahr 2020 ein Rückgang auf 1.204 Fälle (2019: 1.425) zu verzeichnen ist. Die Aufklärungsquote lag hier bei 90,4 %.
Bei den Tötungsdelikten ist 2020 ein Anstieg auf 58 Fälle (2019: 50) festzustellen. Die Aufklärungsquote lag hier bei 87,9 %.
Häusliche Gewalt
Im Jahr 2020 wurden im Bereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd 1.723 Fälle häuslicher Gewalt erfasst (2019: 1.612 Straftaten). Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies einen Anstieg von 111 Straftaten bzw. 6,9 %. 1.723 Tatverdächtige wurden ermittelt (2019: 1.612). Der Anteil der ausländischen Tatverdächtigen lag 2020 bei 686 bzw. 39,8 % (2019: 686 bzw. 42,3 %). Der Anteil der männlichen Tatverdächtigen lag 2020 bei 79,2 % (2019: 81,5 %). 28,2 % der Tatverdächtigen standen bei der Tatausführung unter Alkoholeinfluss (2019: 26,6 %). Die Opfer Häuslicher Gewalt waren mit einem Anteil von 78,9 % auch 2020 in der Mehrzahl weiblich (2019: 80,8 %). 37,7 % der Opfer hatten keine deutsche Staatsangehörigkeit (2019: 40,7 %). 2020 waren in 41,2 % der Fälle Kinder bei der Tatausführung anwesend, die somit zumindest mittelbar durch die Erfahrung der Gewaltanwendung im Nahbereich zum Opfer wurden (2019: 41,6 %).
Diebstahlsdelikte
Im Jahr 2020 wurden 9.002 Diebstahlsdelikte erfasst (2019: 10.999). Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies einen Rückgang von 1.197 Straftaten bzw. 18,2 %. Damit ergab sich 2020 der niedrigste Wert dieser Delikte seit Bestehen des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd. Die Aufklärungsquote im Bereich der Diebstahlsdelikte stieg 2020 um 4,9 % auf 40,2 % (2019: 35,3 %).
2020 wurden im Bereich der Diebstahlsdelikte insgesamt 3.086 Tatverdächtige ermittelt
(2019: 3.399). Der Anteil der ausländischen Tatverdächtigen lag 2020 bei 1.190 bzw. 38,6 % (2019: 1.247 bzw. 36,7 %). Der Anteil der Kinder, Jugendlichen und Heranwachsenden an den Tatverdächtigen lag 2020 bei 802 bzw. 26 % (2019: 1.071 bzw. 31,5 %).
Wohnungseinbruchdiebstahl
Im Jahr 2020 wurden im Bereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd 279 Wohnungseinbruchdiebstähle in der PKS erfasst (2019: 307). Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies einen Rückgang um 28 Straftaten bzw. 9,1 %. 88 Straftaten wurden 2020 als Tageswohnungseinbruchdiebstahl erfasst (2019: 100).
Einbruch in gewerbliche Objekte
Im Jahr 2020 wurden 351 Einbrüche in gewerbliche Objekte erfasst (2019: 319). Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies einen Anstieg von 32 Straftaten bzw. 10 %. Die Aufklärungsquote im Bereich der gewerblichen Objekte stieg 2020 um 17,2 % auf 46,7 % (2019: 29,5 %). 2020 wurden in diesem Bereich insgesamt 130 Tatverdächtige ermittelt (2019: 92).
Callcenter Betrug
Unter dem Begriff „Callcenter Betrug" werden alle Arten des Trickbetrugs verstanden, bei denen die Kontaktaufnahme der Täter offensichtlich aus sogenannten Callcenternstattfindet, ein arbeitsteiliges Vorgehen der Täter vorliegt bzw. anzunehmen ist und es sich bei den Geschädigten überwiegend um ältere Menschen handelt, wobei die Art der verwendeten Legende zunächst unerheblich ist. Die bedeutendsten Phänomene in diesem Bereich sind „falsche Bedienstete" (vor allem „falsche Polizeibeamte"), „Enkeltrickbetrug" und „Gewinnversprechen".
Die im Jahr 2016 eingerichtete Ermittlungsgruppe (EG) „Legendenbetrug" konzentriert sich in erster Linie auf die schadensträchtigen Phänomene „Falsche Polizeibeamte" und „Enkeltrick". Das äußerst konspirative Vorgehen der Tätergruppen erfordert einen umfangreichen Einsatz operativer Ermittlungsmethoden und damit verbunden hohe Professionalität bei allen Ermittlungshandlungen. 2020 wurden durch die EG „Legendenbetrug" insgesamt 14 Vollendungen (2019: 19) und 1.435 Versuchsfälle (2019: 1061) in diesen beiden Bereichen registriert. Die Schadenssumme sank 2020 um 67 % auf 581.000 Euro (2019: 1.761.500 Euro).
Cybercrime
Der Begriff „Cybercrime" umfasst sämtliche Straftaten, die sich gegen das Internet, weitere Datennetze, informationstechnische Systeme oder deren Daten richten. Ferner umfasst Cybercrime auch solche Straftaten, die mittels Informations- und Kommunikationstechnik begangen werden. In der polizeilichen Arbeit wurden zur Differenzierung des Phänomens Cybercrime die Begriffe „Cybercrime im engeren Sinn" (=Computerkriminalität) und „Tatmittel Internet" eingeführt.
Computerkriminalität
Unter dem Schlagwort Computerkriminalität werden in der PKS insbesondere folgende Delikte erfasst: Fälschung beweiserheblicher Daten, Täuschung im Rechtsverkehr bei Datenverarbeitung, Datenveränderung, Computersabotage, Ausspähen, Abfangen von Daten einschließlich Vorbereitungshandlungen, Softwarepiraterie und Computerbetrug.
Im Jahr 2020 wurden 595 Straftaten der Computerkriminalität erfasst. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies einen Rückgang um 306 Straftaten (2019: 901) bzw. 34 %. Die Aufklärungsquote im Bereich der Computerkriminalität sank 2020 um 3,9 % auf 66,6 % (2019: 70,5 %). Insgesamt wurden 279 Tatverdächtige ermittelt (2019: 666).
Computerbetrug
Unter dem Schlagwort Computerbetrug werden in der PKS insbesondere folgende Delikte erfasst: Warenkreditbetrug, Computerbetrug mittels rechtswidrig erlangter Zahlungskarten mit PIN und Daten von Zahlungskarten, Leistungskreditbetrug, Überweisungsbetrug und sonstiger Computerbetrug.
m Jahr 2020 wurden 404 Straftaten von Computerbetrug erfasst. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies einen Rückgang um 292 Straftaten (2019: 696) bzw. 42 %. Die Aufklärungsquote im Bereich des Computerbetrugs sank 2020 um 3,9 % auf 71 % (2019: 74,9 %). 2020 wurden im Bereich des Computerbetrugs insgesamt 192 Tatverdächtige ermittelt (2019: 550).
Tatmittel Internet
Unter dem Schlagwort „Tatmittel Internet" werden Straftaten erfasst, bei denen Informationstechnologie zur Planung, Vorbereitung bzw. Ausführung eingesetzt wurde. Hierbei steht eine andere Straftat im Vordergrund. Als Tatwerkzeug wird das Internet bzw. Komponenten des Internets genutzt, beispielsweise bei Erpressungshandlungen i.Z.m. DDoS-Attacken oder bei der Abwicklung von Onlinegeschäften.
Im Jahr 2020 wurden 1.517 Straftaten mit Tatmittel Internet in der PKS erfasst. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies einen Rückgang um 69 Straftaten (2019: 1586) bzw. 4,4 %. Die Aufklärungsquote im Bereich Tatmittel Internet stieg 2020 um 2,2 % auf 81,6 % (2019: 79,4 %). 2020 wurde im Bereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd ein Schaden von 2.250.493 Euro mit „Tatmittel Internet" in der PKS erfasst (2019: 1.787.363).
Rauschgiftkriminalität
Im Jahr 2020 wurden 4.995 Straftaten der Rauschgiftkriminalität erfasst. Im Vergleich zum Vorjahr (2019: 4.858) bedeutet dies einen Anstieg um 137 Straftaten bzw. 2,8 %. Die Aufklärungsquote liegt bei 95,4 % (2019: 96,3 %). Insgesamt wurden 4.264 Tatverdächtige ermittelt.
Delikte der Rauschgiftkriminalität zählen zu den sogenannten Kontrolldelikten – sie stellen also Straftaten dar, die nicht durch Strafanzeigen, sondern durch die (eigene) Kontrolltätigkeit der Polizei bekannt werden. Die Zahl der Rauschgifttodesfälle ist im Jahr 2020 auf 17 Opfer (2019: 12) gestiegen.
Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung
Im Jahr 2020 wurden 947 Sexualdelikte erfasst (2019: 814). Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies eine Steigerung um 133 Straftaten bzw. 16,3 %. Die Aufklärungsquote stieg um 2,7 % auf 90,2 % (2019: 87,5).
Insgesamt wurden 794 Tatverdächtige ermittelt (2019: 662). Der Anteil der ausländischen Tatverdächtigen lag 2020 bei 200 bzw. 25,2 %. Anteilig wurden 2020 insgesamt 315 Kinder, Jugendliche und Heranwachsenden als Tatverdächtige erfasst (39,7 %).
Der überwiegende Teil der Tatverdächtigen waren Männer (88,8 %), im Gegensatz dazu waren ein Großteil der Opfer Frauen (79,7 %).
Straßenkriminalität
Im Jahr 2019 wurden 6.824 Straftaten der Straßenkriminalität erfasst. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies einen Rückgang um 869 Straftaten bzw. 11,3 %. Die Aufklärungsquote stieg um 5,1 % auf 25,6 % (2019: 20,5 %). Dabei ist zu berücksichtigen, dass sowohl Delikte mit vergleichsweise niedriger, z.B. Fahrraddiebstähle mit 12,1 %, als auch Delikte mit vergleichsweise hoher Aufklärungsquote, z.B. Raubdelikte mit 85,3 %, hier erfasst werden. Insgesamt wurden 1.414 Tatverdächtige ermittelt.
Fahndung und grenzüberschreitende Kriminalität
2018 hat die Bayerische Grenzpolizei ihren Wirkbetrieb aufgenommen. Ungeachtet der auch zurzeit durchzuführenden Grenzkontrollen im Rahmen zur Verhinderung der Ausdehnung von Corona-Mutationen kommen die Kräfte der Grenzpolizeiinspektionen regelmäßig ihrem originären Auftrag, der sogenannten Schleierfahndung, nach.
Im Rahmen der Personen- und Sachfahndung ergaben sich bei Kontrollen durch Beamte von Grenzpolizeidienststellen des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd 2020 insgesamt 4.246 Fahndungstreffer (2019: 5.829). Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies einen deutlichen Rückgang um 1.583 Fahndungstreffer bzw. 27,2 %, da auch im Frühjahr 2020 Grenzkontrollen durchzuführen waren.
Im Jahr 2020 wurden im Bereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd durch die Grenzpolizei 4.257 Straftaten festgestellt (2019: 5.115). Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies einen Rückgang um 858 Straftaten bzw. 16,8 %. 2020 wurden 2.950 Gegenstände sichergestellt (2019: 5.442). Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies einen Rückgang um 2.492 Sicherstellungen bzw. 45,8 %.
Die Aufgriffe in den besonderen Deliktsfeldern der grenzüberschreitenden Kriminalität, insbesondere im Bereich Betäubungsmittel, Kfz-Kriminalität und waffenrechtlicher Verstöße sanken von 3.460 auf 3.061 bzw. um 11,5 %.
Politisch Motivierte Kriminalität (PMK)
Im Jahr 2020 wurden 645 Straftaten in der PMK-Statistik erfasst (2019: 313). Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies einen deutlichen Anstieg um 332 Straftaten bzw. 106,1 %. In allen Phänomenbereichen der PMK, ausgenommen im Bereich der ausländischen Ideologie, wurde ein Anstieg der Fallzahlen verzeichnet. Am bemerkenswertesten ist der Anstieg im Phänomenbereich „PMK – nicht zuzuordnen". Hier kam es insbesondere im Rahmen des Kommunalwahlkampfes sowie vor dem Hintergrund der angeordneten Corona-Beschränkungen zu einer starken Häufung von Beleidigungsdelikten zum Nachteil von Politikern, aber auch zu Sachbeschädigungen an Wahlplakaten.
Angelehnt an die ideologische Ausrichtung wird die PMK in folgende Bereiche unterteilt:
PMK -rechts-
Im Bereich der PMK -rechts- wurden 2020 239 Ermittlungsverfahren (2019: 196) erfasst. 198 Straftaten wurden als extremistisch eingestuft. In 158 Fällen wurde wegen sog. Propagandadelikte ermittelt; z.B. Hakenkreuzschmierereien, das Zeigen anderer verbotener politischer Symbole oder das Abspielen indizierter Lieder. Die Aufklärungsquote im Bereich der PMK -rechts- blieb 2020 nahezu gleich bei 62,41 % (+0,9 %; 2019: 61,2 %).
PMK -links-
Im Bereich der PMK -links- wurden 72 Ermittlungsverfahren (2019: 49) geführt. 43 Sachverhalte wurden als extremistisch eingestuft. In 44 Fällen wurde wegen Sachbeschädigung ermittelt. Die Aufklärungsquote im Bereich PMK -links- stieg 2020 um 2 % auf 30,6 % (2019: 28,6 %).
PMK -nicht zuzuordnen-
Im Bereich der PMK -nicht zuzuordnen - wurden 322 Ermittlungsverfahren (2019: 62) erfasst. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies einen Anstieg um 260 Ermittlungsverfahren bzw. 419,4 %. Insgesamt 38 Fälle wurden als extremistisch eingestuft. In 41 Fällen wurde wegen Sachbeschädigung ermittelt. Die Aufklärungsquote sank 2020 um 34,6 % auf 34,8 % (2019: 69,4 %).
PMK -religiöse Ideologie-
Im Bereich der PMK -religiöse Ideologie- wurden 11 Ermittlungsverfahren erfasst; alle 11 Sachverhalte wurden als extremistisch eingestuft. Die Aufklärungsquote stieg um 48,5 % auf 81,8 % (2019: 33,3 %).
PMK -ausländische Ideologie-
Im Bereich der PMK - ausländische Ideologie- wurde ein Ermittlungsverfahren (2019: 3) registriert. Der Fall wurde als extremistisch eingestuft. Die Aufklärungsquote sank 2020 um 66,7 % auf 0 % (2019: 66,7 %).
Einsatzzentrale
Die Einsatzzentrale koordiniert den Einsatz der Polizeistreifen und organisiert die erforderlichen Unterstützungskräfte bzw. Einsatzmittel.
In der Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd wurden 2020 insgesamt 111.678 Notrufe entgegengenommen. Damit wurden täglich durchschnittlich 305 Notrufe durch die Einsatzzentrale entgegen genommen und insgesamt 160.703 Einsätze koordiniert. Dies bedeutete täglich durchschnittlich 439 Einsätze. Schwerpunkte waren dabei Verkehrsunfälle (25.490 Einsätze), Meldungen bzgl. des Straßenverkehrs (24.565 Einsätze), Einsätze mit direktem Bezug zur Corona-Pandemie (z.B. Party trotz Kontaktverbot und Ausgangssperre, Öffnung von Dienstleistungsbetrieben trotz Verbotes; 8.057 Einsätze) sowie Vermisste und hilflose Personen (5.917 Einsätze).
When you subscribe to the blog, we will send you an e-mail when there are new updates on the site so you wouldn't miss them.
By accepting you will be accessing a service provided by a third-party external to https://aloys.news/
Kommentare