Eigenwillig. Ein Häuschen für die Kunst in Landsberg

Die Foto: Schneweis

Landsberg am Lech – Seit Anfang des 20.Jahrhunderts schon steht ein kleines, zurückversetztes Häuschen oben auf dem Berg, unweit des Bayertors und es hat schon viele verschiedene Menschen beherbergt. Trompeten und Posaunen wurden dort verkauft, Räuchermännchen, Antiquitäten, man hat Autos darin repariert und zeitweise wurde es als Lagerraum für die Brauerei nebenan genutzt. Jetzt haben sich die beiden Künstler Katinka Schneweis und Johann Neuhauser dort niedergelassen. Jahrelang hatten sie ihr Domizil mitten in der Altstadt von Landsberg und nun sind sie nach Ausflügen aufs Land wieder zurück und sehr froh darüber. „Es war gut und richtig, von Landsberg wegzugehen, aber vielleicht nur, um wiederkommen zu können", sagt Schneweis, die schon in Landsberg zur Schule ging und immer wieder in ihre Heimatstadt zurückgekehrt ist. Für Johann Neuhauser ist Landsberg ebenfalls inzwischen zur zweiten Heimat geworden, und er weiß die Stadt und ihre Kultur zu schätzen. „Wir haben hier über die Jahre viele Menschen aus Kunst und Kultur kennen gelernt, die zu Freunden geworden sind und die jetzt in unserer kunsthuette ein und aus gehen. Das gefällt mir!" freut sich Johann Neuhauser. Kunst zu machen ist oft ein einsames Geschäft, da tut es wohl, ab und zu Freunde um sich zu haben, die Leben und Inspiration ins Haus bringen. Zurzeit ist das natürlich nur sehr beschränkt möglich, aber auch nacheinander sind Besucher herzlich willkommen.

„Atelier für eigenwillige Kunst" haben die beiden Künstler ihre kunsthuette genannt, die geöffnet ist, wenn jemand die Tür aufmacht. Es gibt keine Klingel, man muss klopfen oder sich per Telefon bemerkbar machen und auch sonst ist hier Vieles irgendwie ein kleines bisschen anders. Wenn man zur Tür hereinkommt, wird man von großen Planschränken, einer Druckerpresse, einem riesigen Gemälde und lauter Arbeitsutensilien zum Drucken und Skulpturen machen empfangen. Damit wird sofort klar, hier gibt es Kunst zum Anfassen und hier wird gearbeitet. Gleich nebenan ist eine kleine, gemütliche Küche, die nur darauf wartet, dass Zusammenkünfte von mehr als zwei Haushalten wieder möglich sein werden. Gleich dahinter findet sich die Druckwerkstatt von Johann Neuhauser mit allem, was man für Radierung, Zeichnung und Druck braucht, samt eines Skeletts, das Neuhauser für Zeichenübungen nutzt und das geduldig auf seinen Einsatz als Modell wartet.

Das Herzstück der kunsthuette ist der große Lagerraum mit all den Arbeiten, die in den letzten Jahren entstanden sind. Zurzeit ist es noch übersichtlich, weil im Moment über 100 großformatige Arbeiten von Katinka Schneweis in Kempten in einer Ausstellung bei Möbel Mayer hängen. Aber noch immer sind genug Werke da, dass man sich einen Eindruck verschaffen kann, was die kunsthuette an Werken zu bieten hat.

Ganz hinten findet sich noch ein Malraum, in den sich Katinka Schneweis zurückzieht, wenn sie in die Welt der Malerei abtaucht. Ein Schild auf der Tür macht klar, dass hier niemand Zutritt hat und man besser draußen bleibt.

Damit haben die Künstler sich ein Atelier geschaffen, das ausreichend Platz zum Arbeiten hat und gleichzeitig einlädt, vorbei zu kommen, um sich von Kunst berühren, stören oder begeistern zu lassen. Zu finden ist die kunsthuette in der Weilheimer Straße 3 in Landsberg am Lech. Und wer sich ein kleines Stück der Kunst mit nach Hause nehmen will, wird hier sicher auch fündig. 

Ein neues Domizil haben die beiden Künstler Katinka Schneweis und Johann Neuhauser in Landsberg gefunden. Foto: Schneweis

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