Ammersee West – Seit dem 4. Jahrhundert n. Chr. feiert die Kirche in Jerusalem das Fest Mariä Lichtmess – zunächst am 14. Februar, dem 40. Tag nach dem Fest "Erscheinung des Herrn", später dann 40 Tage nach Weihnachten, der Geburt Jesu. Das wurde bald als der erster Einzug Jesu nach Jerusalem interpretiert. Aus dem Grund kam es im 7. Jahrhundert zu Lichterprozessionen. Die Gläubigen wollten Christus entgegengehen, ähnlich wie sie es aus den Evangelien kannten, wo die Menschen den erwachsenen Jesus an Palmsonntag begrüßten. Die Kerzen, mit denen die Gläubigen das Kommen Jesus in die Welt nun symbolisch begleiteten, wurden eigens zu diesem Fest geweiht. Das Bild zeigt die Kerzen an den Stufen zum Hochaltar im Dießener Marienmünster, die zur Weihe bereit liegen.
Die Tradition der Kerzensegnung führte im europäischen Westen dazu, dass das Fest als "Maria Lichtmess" bekannt wurde. Denn die westliche Kirche betonte lange Zeit eher die Reinigung Marias als Festinhalt. Das Marienfest war deshalb auch unter den Namen "Mariä Reinigung" oder Latein "Purificatio Mariae" bekannt. Erst seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil wird es wieder als "Herrenfest", also mit Bezug auf Jesus, gefeiert. Der offizielle Name lautet "Darstellung des Herrn".
Bis heute ist die Lichtsymbolik in dem Fest enthalten und in den Gottesdiensten werden alle Kerzen, die in der Kirche für das Jahr benötigt werden, gesegnet. Viele Gläubige bringen ihre Kerzen mit und lassen sie segnen. Wegen der zeitlichen Nähe zum Gedenktag des Heiligen Blasius am 3. Februar wird oft auch schon der Blasiussegen gespendet. Der soll gegen Halskrankheiten helfen, dabei werden zwei Kerzen über Kreuz an den Hals der zu segnenden Person gehalten.
In der Wirtschaft hatte der Tag von Mariä Lichtmess seine eigene Bedeutung: Die Handwerker hörten an dem Tag auf, bei Kunstlicht zu arbeiten und zur Feier des Tages gaben die Meister ihren Gesellen und Lehrlingen den Nachmittag frei. Das Wirtschaftsjahr in der Landwirtschaft endete an diesem Tag. Da bekamen die Mägde und Knechte ihren Lohn und einige freie Tage. Sie hatten auch die Möglichkeit den Bauern zu wechseln.
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