Vor dem Fest eine besondere Aktion. BrotZeit & Spiele setzt ein Zeichen für die Jugend und bietet speziell zu Weihnachten das 1-Euro-Schülerticket für die Stars der Kabarettszene an. Impresario Wolfgang Ramadan erläutert im Interview, was es mit der Ticket-Aktion auf sich hat, warum sich BrotZeit & Spiele auf nur noch fünf Veranstaltungsorte konzentriert und was das Publikum sonst noch alles im kommenden Jahr erwartet.
Weihnachten steht vor der Tür. Als Dankeschön an Ihre treuen Kunden haben Sie sich eine besondere Aktion überlegt. Auf was können sich die BrotZeit-&-Spiele-Fans freuen?
Wolfgang Ramadan: Weihnachten ist für uns der Moment, in dem wir zeigen, wie sehr wir unsere Gäste schätzen. Mit dem „Runter vom Sofa"-Abo geben wir etwas zurück – und zwar nicht nur einen Preisvorteil, sondern ein Versprechen: Kultur bleibt nah, persönlich und lebendig. Unsere Abonnenten sichern sich fixe Plätze, kurze Wege und klimafreundlichen Kulturgenuss direkt vor der Haustür. Und weil das Leben manchmal anders spielt, sind die Karten übertragbar. So wird das Abo zu einem Geschenk mit Haltung: Kultur gehört in den Alltag, nicht nur zu besonderen Anlässen.
Sie setzen auch ein starkes Zeichen für junge Menschen. Was hat es mit dem 1-Euro-Schülerticket auf sich?
Wolfgang Ramadan: Junge Menschen brauchen heute Zugang zu Kunst mehr als je zuvor – Orientierung, Inspiration, Spannung, Fragen, die in keinem Schulbuch stehen. Mit unserer „School-Tour" ermöglichen wir Schülerinnen, Schülern, Studierenden und Azubis Kultur zum symbolischen Preis von 1 Euro. Ein Euro – und eine Tür geht auf. Der Ablauf ist bewusst einfach gehalten: Programm der teilnehmenden Orte ansehen, zwei Tage vorher anmelden, gemeinsam Kultur erleben. Theater, Kabarett, Konzert. Damit schenken wir einer neuen Generation etwas, das bleibt: die Erfahrung, dass Kultur ein Raum ist, der ihnen gehört.
Sie ziehen sich auf die fünf Standorte Bad Tölz, Weilheim, Münsing, Grafing und Bad Aibling zurück – ein schmerzhafter Schritt nach 40 Jahren Kulturarbeit. Warum mussten Sie diese Entscheidung treffen?
Wolfgang Ramadan: Ja – dieser Schritt tut weh. Sehr sogar. Wir haben über 20 Jahre Orte aufgebaut, Beziehungen gepflegt, Erinnerungen geschaffen. Doch die Realität ist unbestechlich: Die Kosten explodieren, und ohne Subventionen können wir nicht mehr überall bestehen. Unser Steuerberater hat die Reißleine gezogen – ein Satz, der klingt wie ein Notruf, aber eigentlich ein Wendepunkt ist. Denn wer Kultur liebt, muss sie auch schützen. Wir konzentrieren uns deshalb auf fünf Standorte, an denen wir das leisten können, was wir versprechen: kulturelle Grundversorgung auf hohem Niveau. Verlässlich, ehrlich, tragfähig. Und genau dort werden wir stärker denn je: Wir fördern Talente, geben Newcomern eine Bühne und bringen Künstlerinnen und Künstler zusammen, die Haltung zeigen. Dass Kommunen wie Grafing oder Münsing uns seit der Corona-Zeit beauftragen, ist ein wichtiges Signal: Professionelle Kulturarbeit wird gesehen – und gebraucht.
Was macht BrotZeit & Spiele besonders – und welche Highlights erwarten das Publikum?
Wolfgang Ramadan: BrotZeit & Spiele ist seit 2004 ein kultureller Ankerpunkt in Oberbayern – und das ohne substanzielle öffentliche Förderung. Das gesamte finanzielle Risiko trage ich selbst. Für manche klingt das mutig. Für uns ist es schlicht Überzeugung: Kultur muss frei sein, unabhängig und direkt. Über eine halbe Million Menschen haben diese Freiheit bereits mit uns gefeiert. Was uns auszeichnet, ist das Zusammenspiel aus stimmungsvollen Spielstätten, klarer Organisation, persönlicher Nähe und dieser besonderen Energie, wenn ein Saal voll ist und alle im selben Moment atmen, lachen, applaudieren. 2026 wird ein Jahr voller Kulturkraft: Die „Katz im Sack"-Überraschungsshow bleibt ein Publikumsmagnet. Lokalmatador Jan Wannemacher, Eisi Gulp, Luise Kinseher – bekannte Namen mit Haltung. Weltmusik auf Weltniveau von Kapelle So&So und Quadro Nuevo. Arnulf Rating mit seinem gefeierten politischen Jahresrückblick. Publikumslieblinge wie Christine Eixenberger, Roland Hefter und Keller Steff. Und junge Stimmen wie Nouwell Cousines und Ami Warning, die zeigen, wie frisch Kultur sein kann. Besonders stolz bin ich darauf: Von rund 10 Millionen Euro Umsatz ist der Großteil direkt an die Künstlerinnen und Künstler geflossen. Das ist kein Nebensatz, sondern ein kulturpolitisches Statement: Freie Kultur kann sich tragen, wenn Menschen sie tragen.
Achtung:
In Weilheim ist die junge Singer-Songwriterin Ami Warning im Doppelkonzert mit dem britischen Soul- und Folksänger Matthew Austin zu erleben!
Das Weilheim-Abo 2026 auf einen Blick:
7 Abo-Vorstellungen für 196,- Euro – Preisvorteil bis zu 47,- Euro
21.03.2026 - Ami Warning und Matthew Austin
23.04.2026 - Luise Kinseher
13.06.2026 - NouWellCuisines
08.10.2026 - Roland Hefter
23.10.2026 - Katz im Sack
26.11.2026 - Franziska Wanninger
04.12.2026 - Arnulf Rating
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