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Stadtführung über bedeutende Frauen Landsbergs

Das Bayertor ist bekannt. Doch wer weiß schon, dass Elisabeth von Visconti die Stadt als Heiratsgut erhalten und Geld für die Errichtung des Tors zur Verfügung gestellt hat? Bild: Stadt Landsberg

Landsberg am Lech – Im Rahmen des Seniorenkulturprogramms erläuterte Sigrid Knollmüller während einer Stadtführung die Bedeutung „Berühmter Frauen in Landsberg – vom Mittelalter bis zur Gegenwart". Ziel dieser spannenden Führung war es, die oft unbekannten Frauen zu entdecken und ihr wertvolles Wirken für die Stadt zu würdigen.

„Diese Frauen sind berühmt und wichtig für Landsberg selbst, aber nicht weit über die Grenzen der Stadt hinaus bekannt", begann die Sprecherin des Seniorenbeirats ihre Führung. Eine der frühesten Gönnerinnen war sicherlich Elisabeth von Visconti (1374 – 1432), Herzogin von Baiern-München, Gemahlin von Herzog Ernst, Stifterin des Bayertores und Wohltäterin der Stadt, die die Stadt als „Heiratsgut" erhalten hatte. Im Verlauf der Jahrhunderte waren weitere Frauen maßgeblich an der Entwicklung der Stadt Landsberg beteiligt, wie etwa Maria Gräfin von Helfenstein (1543 – 1611), die ihr beträchtliches Vermögen für die Ansiedlung der Jesuiten in Landsberg zur Verfügung stellte.

Doch nicht nur hochgestellte Frauen hatten einen bedeutenden Einfluss, auch "gewöhnliche" Frauen wie die "Gottselige Bäuerin" Katharina Lichtenstern (1694 – 1736) leisteten einen wichtigen Beitrag. Sie lebte im sogenannten Hof des "Doktorbauern" in der "Berglervorstadt" und war eine bäuerliche Mystikerin, die auf dem Alten Friedhof begraben liegt. Das Holzkreuz auf ihrem Grab, das als Mittel gegen Zahnweh gilt, muss regelmäßig erneuert werden.

In der neueren Zeit haben zahlreiche Frauen zum Wohl der Bürgerinnen von Landsberg gewirkt. Bereits 1719 wurde das Ursulinenkloster in Landsberg gegründet, einschließlich einer Mädchenschule. Die Gründungspriorin Maria Anna Franziska von Pruggberg (1719-1737) sowie die Schwestern Hailberger (Maria Ursula und Maria Contantia) brachten ihre Mitgift in das Kloster ein, ebenso wie die Schwestern Bergmiller, Maria Rosa und Maria Katharina. Ihr Bruder, der Barockmaler Johann Baptist Bergmiller, trug zur gesamten künstlerischen Ausgestaltung der Klosterkirche bei, einschließlich eines bedeutenden Altarbildes.

Im "Hexenviertel" gründete Caroline Kempter (1856 – 1925) eine Malschule für Frauen und arbeitete von 1916 bis 1925 als Lehrerin im Münchner Künstlerinnenverein mit Sommer- und Herbstmalaufenthalten in Landsberg. Die Frauen der Familie Herkomer trugen ebenfalls segensreich zur Entwicklung der Stadt bei. Margret, die Ehefrau von Hubert von Herkomer, rief 1929 die "Hubert-von-Herkomer-Stiftung" ins Leben, während Gwenddydd, die Tochter von Hubert von Herkomer, der Stadt das Gelände rund um den Mutterturm vermachte.

Die Stadtführung zeigte eindrucksvoll, welchen nachhaltigen Einfluss Frauen verschiedener Gesellschaftsschichten auf die Geschichte und Entwicklung von Landsberg hatten.

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