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Vorletzte Matinee beim 36. Landsberger Orgelsommer in Mariae Himmelfahrt mit Giulio Bonetto.

Guilio Bonetto an der Orgel von Mariae Himmelfahrt. Foto: Alois Kramer

Landsberg am Lech – Nach den Vertretern des Nordens von Europa mit Hans Ole Thers und Mads Hock kam zur vorletzten Matinee des 36. Landsberger Orgelsommers ein Italiener zum Zug. Giulio Bonetto sieht nicht nur wie ein Abiturient aus, der Veroneser gehört mit seinen gerade mal 28 Jahren tatsächlich zu den jüngsten Musikern, die an den Manualen des Instruments von Mariae Himmelfahrt saßen. Er hatte seine Sache am Samstag, 4. September gut gemacht. Wen wundert es, er muss es im Blut haben. Sein Vater Roberto Bonetto ist Professor am Konservatorium von Verona. Giulio spricht gut deutsch und war im Jahr 2018 Stipendiat der Richard-Wagner-Stiftung. Darüber hinaus ist er ausgebildeter Jurist und Künstlerischer Leiter des "Festival Europeo d'Organo" in Verona. Mit einer Ciacona in f-moll von Johann Pachelbel (1653 - 1706), dem etwas älteren Zeitgenossen von Johann Sebastian Bach (1685 - 1750) eröffnete er das Konzert. Die sinfonische Bearbeitung stammt von Bonetto selbst. Ein zu Beginn eher sanftes Werk, das jedoch im Verlauf ein schönes Klangerlebnis liefert. 

Es folgte eine ganz virtuose Interpretation des Präludiums und Fuge in e-moll, Bachwerkeverzeichnis (BWV) 548. Der junge Musiker hatte mit diesem Werk aus Bachs erster Leipziger Zeit (1723 - 1729) eine der bedeutendsten Komposition genommen. Der Musikwissenschaftler Hermann Keller schreibt, dass Bach im Gegensatz zur Wiener Klassik und Romantik – wie etwa Mendelssohn im Sommernachtstraum – die Tonart e-moll "männlich und kraftvoll" genommen hat. Genau das hat Bonetto gut erfasst. Ebenso gelungen interpretierte er auch die wunderbare Transkription von Präludium und Fuge in cis-moll aus BWV 849 von Max Reger (1873 - 1916). 

Die protestantische Pfarrerin Bärbel Ehrmann, die jetzt in Murnau tätig ist, meditierte zum Thema "Orientierung". Musik diene der Möglichkeit uns zum Gebet zu führen, "wenn wir uns öffnen", sagte sie.

Mit dem Choral "Ein feste Burg ist unser Gott" aus dem Finale der Sinfonie Nr. 5 d-moll aus opus 107 – der "Reformations-Sinfonie" – beendete Bonetto einen sehr schönen und inspirierenden Orgelvormittag und erntete dafür begeisterten Applaus von den rund 150 Besuchern.  


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