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Wolfgang Ramadan fordert Verlängerung der Kurzarbeit für Kulturbranche – Brandbrief an Landräte und Bürgermeisterinnen und Bürgermeister in Oberbayern. Von Maren Martell

Wolfgang Ramadan Foto: ©Monika Kager

Icking – Eine Verlängerung des Kurzarbeitergeldes für die Kulturbranche über den Februar 2022 hinaus fordert Wolfgang Ramadan, Geschäftsführer von BrotZeit&Spiele. Mit einem Brandbrief wendet er sich an die Landräte und Bürgermeisterinnen und Bürgermeister der Spielorte seines Kulturprogramms in Oberbayern und verweist auf diegleich lautende Forderung des Forums Veranstaltungswirtschaft, in dem sechsVerbände der Kultur- und Veranstaltungswirtschaft vereint sind.Bald im dritten Pandemiejahr angekommen sei die Kulturbranche von den Einschränkungen zur Bekämpfung der pandemischen Lage betroffen. Nur durch umfangreiche Hilfsmaßnahmen von Bund und Ländern sei es bislang gelungen, eine nie dagewesene Pleitewelle verbunden mit massiven Arbeitsplatzverlusten zu verhindern. Ein wichtiger Bestandteil sei hierbei das Instrument der Kurzarbeit, heißt es in Ramadans Schreiben an Abgeordnete im bayerischen Landtag, die Landräte von Erding, Bad Tölz-Wolfratshausen, Rosenheim, Weilheim-Schongau und Starnberg. Die Landräte aus Bad Tölz-Wolfratshausen, Martin Bachhuber und Josef Niedermaier reagierten prompten und sicherten bereits ihre Unterstützung zu.

Nach den derzeit geltenden Bestimmungen läuft das Instrument Kurzarbeit Ende Februar aus. Sollten die bestehenden Regeln für die Kurzarbeit jetzt nicht geändert werden, müssten die meisten Kultur- und Veranstaltungsbetriebe ab März die vollen Lohnkosten selbst aufbringen, obwohl ihnen durch die aktuellen Verordnungen keine Möglichkeiten gegeben ist, relevante Umsätze zu erzielen. Nach Einschätzung Ramadans stünden die Unternehmen dann vor der harten Entscheidung, durch sofortige Kündigungen ihrer Mitarbeiter noch im Januar den drohenden Insolvenzgefahren zu begegnen.Selbst Betriebe, die die derzeitige Situation überstehen, könnten nach Ende der Pandemie nicht mehr auf qualifiziertes Personal zurückgreifen und hätten auch keine Perspektive.

„Aus diesem Grund möchten wir Sie bitten, insbesondere im Namen unserer vielen Mitarbeiter und zum Erhalt der kulturellen Vielfalt in unserem Land, sich für die Veranstaltungswirtschaft einzusetzen – wir benötigen angesichts der pandemischen Lage dringend die Zusage zur Verlängerung der Kurzarbeit für unsere Branche über den Februar 2022 hinaus inklusive der Übernahme der Sozialbeiträge", fordert Wolfgang Ramadan in seinem Aufruf an die Landräte und Bürgermeisterinnen und Bürgermeister. 

Brandbrief an Landtagsabgeordnete, Landräte und Bürgermeisterinnen und Bürgermeister

Sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete
sehr geehrte Mandatsträgerinnen und Mandatsträger,

stellvertretend für das gesamte Netzwerk der Kultur- und Veranstaltungswirtschaft sendet Ihnen unsere Initiative mehrerer (renommierter) bayerischer Spielstätten im Verband für Popkultur in Bayern e.V. einen dringenden Alarmruf und wir bitten um ihre persönliche Unterstützung gegenüber der Bundespolitik.

Bald im dritten Pandemiejahr angekommen, wurde diese Branche und somit auch unsere Betriebe am stärksten (und seit März 2020 durchgehend) von den Einschränkungen zur Bekämpfung der pandemischen Lage betroffen.

Nur durch umfangreiche Hilfsmaßnahmen von Bund und Ländern ist es bislang gelungen, eine nie dagewesene Pleitewelle unserer Branche verbunden mit massiven Arbeitsplatzverlusten zu verhindern.

Ein wichtiger Bestandteil hierbei war das Instrument der Kurzarbeit.

Nach den geltenden Bestimmungen ist die Bezugsdauer der Inanspruchnahme von Kurzarbeitsleistungen allerdings auf maximal 24 Monate beschränkt. Dieses Instrument läuft somit für unsere Branche bereits Ende Februar aus.

Spätestens dann droht für die Mehrzahl der Betriebe das finanzielle Aus.

Sollten die bestehenden Regeln für die Kurzarbeit nicht geändert werden, müssten die meisten Betriebe ab dem März die vollen Lohnkosten selbst aufbringen, obwohl ihnen durch die aktuellen Verordnungen keine Möglichkeit gegeben ist, relevante Umsätze und Erträge zu generieren.

Daher stehen aktuell alle Arbeitgeber der Kulturwirtschaft vor der harten Entscheidung, durch sofortige Kündigungen ihrer Mitarbeiter noch im Januar den drohenden Insolvenzgefahren begegnen zu müssen. Der zeitliche Druck ist somit hoch. Die sozialen und menschliche Komponenten dieser wirtschaftlichen Zwangslage sind für die Beteiligten kaum zu ertragen.

Selbst Firmen, welche diese Situation überstehen, könnten jedoch nach Ende der Pandemie nicht mehr auf qualifiziertes Personal zurückgreifen und hätten auch keine Perspektive.

Somit wären die Betriebe der Veranstaltungswirtschaft mit vielen Bundes- und Landesmitteln zwei Jahre gefördert worden, um dann das Ende der Pandemie doch nicht wirtschaftlich zu überleben.

Aus diesem Grund möchten wir Sie bitten, insbesondere auch im Namen unserer vielen Mitarbeiter und zum Erhalt der kulturellen Vielfalt in unserem Land, sich für die Veranstaltungswirtschaft einzusetzen – wir benötigen angesichts der pandemischen Lage dringend die Zusage zur Verlängerung der Kurzarbeit für unsere Branche über den Februar 2022 hinaus inklusive der Übernahme aller Sozialbeiträge und bitten Sie, über ihr politisches Netzwerk, die maßgeblichen Entscheider in ihrer Partei auf Landes- und Bundesebene auf die Dringlichkeit der Problematik hinzuweisen.

Dieser Brief/Aufruf wird getragen und unterstützt von:

  • Verband für Popkultur in Bayern e.V. (VPBy)
  • Verband der Münchener Kulturveranstalter e. V.
  • Club- und Kulturkommission Augsburg e.V.
  • Kulturliga e.V. - Verein zur Förderung der Livemusik und
    Clubkultur in Nürnberg, Fürth und Erlangen
  • Colos-Saal Aschaffenburg
  • Conzertbüro Franken
  • Der Hirsch Nürnberg
  • Nürnberg-Pop
  • Musikkantine Augsburg
  • Feierwerk e.V.
  • Spectrum-Club Augsburg
  • BrotZeit & Spiele. Kulturelle Grundversorgung in Bad Tölz, Starnberg, Weilheim, Peissenberg, Aying, Bad Aibling, Rosenheim, Traunstein, Isen, Wasserburg, Icking
  • Wolfgang Ramadan, Geschäftsführer von BrotZeit&Spiele, Icking im Isartal


Link: Aktueller Artikel Münchner Merkur zur 25% Regelung https://www.merkur.de/lokales/wolfratshausen/geretsried-ort46843/corona-regeln-in-bayern-konzertveranstalter-sprechen-von-grosser-ungerechtigkeit-91236064.html?itm_source=story_detail&itm_medium=interaction_bar&itm_campagin=share

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