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Zwei junge Damen gewinnen Kunstpreis der Bürgerstiftung Fürstenfeldbruck.

Malin Leupolt, l. und Sara Stix arbeiten gemeinsam. Foto: Sara Stix

Zankenhausen/Fürstenfeldbruck/Schöngeising – Die 19-jährige Malin Leupolt aus Fürstenfeldbruck und die 17-jährige Sara Stix aus Schöngeising gewannen den Kunstpreis der Bürgerstiftung Fürstenfeldbruck und der Kunstwerkstatt Haus 10. Am Samstag, 26. Juni, fand die Preisverleihung statt. 

Wieder an einem Samstag, aber drei Wochen später sitzen die beiden jungen Damen mit dem Mann von aloys.news im Haus des Großvaters von Malin in Zankenhausen, Professor Werner Kroener. Sara Stix und Malin Leupolt sind jetzt immer noch überrascht über ihren Erfolg. Sie erzählen von ihrer Leidenschaft, dem Malen. Vielleicht kommt ein Teil von Malins Profession von Werner Kroener. Wer weiß. Er ist ein bekannter Künstler. Jüngst hatte er in den Medien Aufsehen erregt durch seine Überarbeitung des Pressebildes vom "Schamanen" beim Sturm des Kapitols in Washington.

Das Motto des Kunstwettbewerbs lautete "Mit Händen und Füßen". Die beiden jungen Frauen haben eine Gemeinschaftsarbeit eingereicht, aber "wir haben wirklich nicht damit gerechnet, dass wir in der Kategorie der 16- bis 21-jährigen das Rennen machen", sagt die Fachoberschülerin Sara und weiter, "Eine Jurorin hat mir erklärt, dass sie sich gar nicht satt sehen kann an unserem Bild. Es ist so herausragend". Malins Mutter hatte ihre Tochter auf den Wettbewerb aufmerksam gemacht: "Das wär' doch was für Euch. Macht einfach mit".

Das Verwunderliche ist, dass die beiden erst seit dem 27. Mai diesen Jahres gemeinsam malen. An diesem Tag haben sie ihr Herz für die Kunst entdeckt. Jede der beiden hatte schon für sich Bilder gemacht, aber zusammen waren sie noch nie kreativ. Ein richtiges Atelier mit großen Fenster gibt es für sie nicht. "Wir haben ein provisorisches Atelier in der Garage meines Vaters in Schöngeising. Die wird eigentlich nicht für Autos genutzt sondern ist mehr so eine Art Abstellraum, erklärt die 17-Jährige. Wenn sie Licht brauchen, öffnen sie das Garagentor. Eine zweite Lichtquelle ist ein Oberlicht. Im Garagenraum stehen mittlerweile Acrylfarben und gerahmte Leinwände verschiedener Größen. Seit Ende Mai sind so in gemeinsamer Zusammenarbeit an die 40 Werke entstanden. Teilweise kleine Formate etwa 20 auf 30 Zentimeter. "Kein Bild gleicht dem anderen. Manchmal ist es in einer halben Stunde fertig". Das größte ist die preisgekrönte Arbeit. 

Bevor sie ein Bild malen, setzen sie sich zusammen und überlegen, was für ein Motiv sie wählen, dann suchen sie sich das zu ihrer Idee passende Format aus, schließlich geht's ans Werk. Sie geraten in einen Flow, wie man heute sagen würde. "Wir vergessen fast nahezu Zeit und Raum in unserem Schaffensrausch", freut sich Malin Leupolt. Ihre Arbeiten sind meistens figurativ, nicht abstrakt oder wenigstens in einer Art Grenzbereich. Beide wissen, wann ein Bild fertig ist. "So war das auch mit dem Preis-Bild. Irgendwas hat uns gestört, stimmte nicht.", versichert Sara. "Wir hatten zuviel Hintergrund", verbessert Malin. Sie mussten etwas weglassen. Das Bild war perfekt für sie.

Wichtig für die beiden ist, dass sie in ihrer Malereien Gefühle auf die Leinwand bringen können, die sie gar nicht unbedingt verbalisieren können. Da geht es um Corona, um Verzweiflung, um Angst. Das drückt auch das Bild "Mit Händen und Füßen" aus. "Es ist wie jemand, der sich in einem fremden Land befindet und nicht die Sprache beherrscht. Da redest Du auch mit Händen und Füße, um Dich verständlich zu machen." konstatiert Sara. Diese Gemeinschaftsaktion ist wie eine Explosion von Emotionen für die beiden. 

Pläne für die Zukunft haben die beiden auch schon. Am liebsten würden sie ein Kunstcafé in München-Schwabing eröffnen. Aber vorher machen sie ihr Fachabitur an der Fachoberschule, dann kommt noch eine Ausbildung. "Wir brauchen etwas Solides. Vielleicht machen wir was in Richtung ,Gesundheit'".

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