Vorab eine Bemerkung. Die folgenden Schilderungen richten sich nicht gegen die meistens jungen Polizistinnen und Polizisten, die nach den Erfahrungen, die ich mit ihnen machte, sich stets freundlich und korrekt verhielten. In Frage stellen möchte ich das von der politischen Führung verordnete Sicherheitskonzept. Mussten wirklich aus ganz Deutschland 18 000 Polizeikräfte nebst dem dazu gehörigen Wagenpark in Garmisch-Partenkirchen und Umgebung zusammengezogen werden, um die Sicherheit der Staatsgäste im ohnehin schon vollkommen abgeschirmten Elmauer Tal zu gewährleisten? (siehe vorhergehenden Bericht https://aloys.news/de/blog/politik/g7-gipfel-legt-schienenverkehr-lahm ) Nach meinem Eindruck sind die Hälfte der in und um Garmisch zirkulierenden Autos Polizeifahrzeuge. Ich behaupte, auch tausend Ordnungshüter hätten ausgereicht, um eventuelle Störenfriede von Olaf Scholz und seinen Gästen im Hotel Elmau fernzuhalten.
Was machen die vielen Polizisten? Sie werden eingesetzt, um die Touristenregionen „Das blaue Land" (Murnau und Umgebung) und das „Zugspitzland" mit einem Netz von Kontrollen zu überziehen. Die Autobahn von München nach Garmisch ist bereits ab Auffahrt Sindelsdorf gesperrt. In Sindelsdorf selbst werden an einer Polizeikontrolle die Autofahrer gefragt werden, ob sie „ein berechtigtes Interesse haben" weiter zu fahren.
Am südlichen Zugang zur Region, an der Bundesstraße von Österreich her, ist nicht unmittelbar an der Grenze kurz hinter Scharnitz, sondern erst vor Mittenwald ein Kontrollposten eingerichtet. Dort hat sich ein langer Stau gebildet. Vielerorts haben die Polizisten aber offenbar nichts zu tun, sie warten. Das erinnert mich an meine Bundeswehrzeit und den Spruch: Die meiste Zeit des Lebens wartet der Soldat vergebens.
Trotz der strengen Zugangskontrollen rechnet man in der Polizeiführung offenbar mit massiven Störversuchen. Die Straße von Garmisch nach Klais, wo die Straße nach Elmau abzweigt, ist beiderseits über Kilometer mit Gittern abgesichert. Alle Parkplätze sind gesperrt und alle Feld- und Waldwege, die auf die Straße füühren, sind durch Polizeifahrzeuge blockiert. Befürchtet man, dass sich dort Demonstranten auf der Straße festkleben könnten?
Um mögliche Störer auch abseits im Gelände aufzuspüren, sind aus ganz Deutschland fünfzig Polizeipferde und ihre Reiter zum Gipfel abkommandiert worden. Ich komme zufällig vorbei, als an der Isar oberhalb von Mittenwald ein Schaureiten fürs ZDF veranstaltet wird.
Aber nicht nur die Polizei auch die Justiz ist auf das Ärgste vorbereitet. Im Auslaufbereich der Sprungschanze von Garmisch, wo beim Neujahrsschispringen die Athleten ihre Schier in die Kamera halten, ist eine „Verwahranstalt" für Störer eingerichtet und eine Truppe von Staatsanwälten und Richtern steht bereits, sie gleich nach der Tat abzuurteilen. Das gab es beim Gipfel 2015 noch nicht. Wie überhaupt die Sicherheitsvorkehrungen erheblich hinaufgeschraubt worden sind. Ist das von Vorteil? Bei all dem gerät dann völlig in den Hintergrund, welchen Zweck das Treffen in Elmau eigentlich haben soll. Dazu mehr, wenn die Konferenz in Gang gekommen ist.
Hans Dieter Sauer berichtet exklusiv für aloys.news vom G7-Gipfel in Elmau. Der Dipl.-Phys. lebt in Pähl
When you subscribe to the blog, we will send you an e-mail when there are new updates on the site so you wouldn't miss them.
By accepting you will be accessing a service provided by a third-party external to https://aloys.news/
Kommentare