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Starnberger Tunnel: Was das Staatliche Bauamt Weilheim für 2021 plant. Wichtiger Meilenstein im Nordzulauf ist der Durchstich Petersbrunner Straße. Erkundungsbohrungen bis in 80 Meter Tiefe.

Tunnel Starnberg: Besprechung vor Ort. Foto: Staatliches Bauamt Weilheim

Starnberg/Weilheim – Dem Durchstich und damit der neuen Anbindung an die B 2 durch Verlängerung der Petersbrunner Straße fällt beim Umbau der Kreuzungen im Nordzulauf eine Schlüsselrolle zu. Planerisch und baulich bedeutete dies intensive Vorbereitungen und Abstimmungen. Die menschliche Seite der zum Jahreswechsel 2019/2020 vom Rückbau betroffenen Gebäude, wo Menschen gelebt und gearbeitet haben, hatte das Bauamt ebenso berücksichtigt.

Diese Herausforderung am B 2-Tunnel wurde 2020 gemeistert und zu einem erfolgreichen Abschluss gebracht. Die Verkehrsfreigabe der „neuen" Petersbrunner Straße ist zum Weihnachtsfest erfolgt.

In Verbindung mit dem Einbau einer neuen Mittelinsel an der Kreuzung B 2/Gautinger Straße/Uhdestraße gewährleistet dieses Konzept auch in Stoßzeiten eine kontinuierliche Verkehrsabwicklung und eine ausreichende Leistungsfähigkeit der B 2, um Rückstauungen in den Tunnel auch in den Hauptverkehrszeiten zuverlässig zu vermeiden.

Bis zu 80 Meter tief: Erkundungsbohrungen

Fünf Bohrungen am Schlossberg – drei davon Schrägbohrungen bis zu einer Tiefe von 80 Metern – lieferten detailliertere Informationen zu Ton, Tonstein und Feinsand aus dem Tertiär, also vor ca. 18 Mio. Jahren, sowie zu Sand, Kies und weiterem Ton aus dem Quartär (vor ca. 2,6 Mio. Jahren) im Bereich des dort geplanten Stollens mit Pannenbucht und Lüftungsquerschlag. Im Ergebnis ist der Baugrund dort besser als erwartet, was für die Statik relevant ist.

In einer späteren Bauphase werden einzelne Bohrungen eine Zweitnutzung als Brunnen zur Entwässerung erfahren. Für 2021 sind - nach derzeitigem Planungsstand - keine Bohrungen vorgesehen.

Für Fußgänger und Fahrradfahrer: neue Querungshilfe beim Landratsamt

Die Mitte November fertiggestellte neue Querungshilfe vor dem Landratsamt wird von den Bürgerinnen und Bürgern gut angenommen.

„Verschoben ist nicht aufgehoben": Testfeld für Düsenstrahlverfahren

Nachdem im Vorjahr Angebote von infrage kommenden Spezialfirmen nicht wirtschaftlich waren, konnte das DSV-Testfeld in den Sommerferien 2020 erfolgreich durchgeführt werden.

Zwei Anwendungsfälle während der späteren Hauptbaumaßnahme machten dieses Testfeld erforderlich: a) die Stabilisierung des Baugrunds für sicheren Tunnelbau in beiden Portalbereichen und b) die Verfestigung der Seetone.

Im Ergebnis konnten detaillierte Vorgaben für die Ausschreibung und Ausführung der nachfolgenden Hauptbaumaßnahme ermittelt werden. Dies bedeutet zugleich Kostensicherheit. Das Team Tunnel Starnberg passt nun das bewährte Düsenstrahlverfahren an die konkreten geologischen Verhältnisse im Starnberger Seeton an.

Auf den Weg gebracht: Planänderungsverfahren

Teile der Planung wurden optimiert und bedürfen einer rechtlichen Würdigung. Die Regierung von Oberbayern steuert dieses Verfahren, für das ein Regelwerk an Zuständigkeiten und zeitlichen Abläufen einzuhalten ist. Die Auslage im Rathaus zur Einsichtnahme durch die Bürgerinnen und Bürger Starnbergs erfolgte im Sommer 2020. Insgesamt wurden knapp 70 Einwendungen eingereicht. Das Bauamt erarbeitet nun die Stellungnahmen.

Das Maßnahmen-Quartett im Jahr 2021 wird umfassen (Stand: Dezember 2020):

Stromleitung für Tunnelvortriebsmaschine

Die zirka 100 Meter lange Tunnelvortriebsmaschine braucht für ihren Einsatz unter Starnberg eine Stromleitung. Das Verlegen im nächsten Jahr übernimmt das Bayernwerk, das diese bauliche Maßnahme auslöst und auch den Löwenanteil der Kosten tragen wird. Denn nach der Stromversorgung der Tunnelvortriebsmaschine schließt sich eine langfristige Folgenutzung dieser neuen Leitung durch das Bayernwerk an. Die geplante Route startet beim Umspannwerk am Bahnhof Nord und führt entlang der B 2 bis nach Starnberg Süd. Denn die Tunnelvortriebsmaschine wird im Süden ihre Arbeit aufnehmen.

Beginn der Spartenmaßnahmen

Im nächsten Jahr werden auf der B 2 Umlegearbeiten von Ver- und Entsorgungsleitungen im Rahmen der baulichen Maßnahmen des künftigen Straßenzulaufs zum Nordportal starten.

Abschluss Straßenbau Nordzulauf

Die Bauarbeiten für den Straßenbau des künftigen Nordzulaufs sollen im kommenden Jahr abgeschlossen werden. Auf dem Plan stehen zunächst die Nordseite der B 2 bis zur Gautinger Straße, im Anschluss folgt die Südseite. Der am Ende nächsten Jahres voraussichtlich fertiggestellte Bereich erstreckt sich dann von der Würmbrücke/Anschlussstelle „Percha" bis kurz vor die Bahnbrücke.

Beginn Straßenbau Südzulauf

Die erste Maßnahme wird eine Länge von knapp 200 M umfassen. Konkret wird damit begonnen, auf der B 2 auf Basis der Planfeststellung auf Höhe der Zufahrt des Zwischenlagers eine bauliche Interimslösung zu realisieren. Diese Maßnahme dient auch der sicheren Zu- und Ausfahrt zum Zwischenlager Süd.

Ab 2021 Standard: innerstädtische LED-Hinweise

Bewährt haben sich die LED-Hinweise, die die Verkehrsteilnehmer parallel zur Presse- und Onlinearbeit des Staatlichen Bauamts auf bevorstehende Maßnahmen hinweisen. Dies rückt die konkreten Termine der einzelnen Maßnahmen noch näher ins Bewusstsein der Bürgerinnen und Bürger.

„Auch im neuen Jahr 2021 wird die vernetzte Kommunikation mit unseren Projektpartnern wie zum Beispiel mit ausführenden Firmen, dem Landratsamt, dem Rathaus und weiteren Behörden ein zentraler Grundsatz unserer Arbeit sein", betont Raphael Zuber, Abteilungsleiter Bergmännischer Tunnelbau am Staatlichen Bauamt Weilheim. 

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