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Abschlussergebnisse des 3. landkreisweiten Unternehmens-Monitoring anlässlich der Corona-Pandemie: Klagen über negative Folgen, aber auch erste Erholungstendenzen

Stellten die Abschlussergebnisse des landkreisweiten Unternehmens-Monitorings anlässlich der Corona-Pandemie vor (v.l.): Josef Rother (GEFAK mbH), Nicole Engelhart und Barbara Magg (beide Wirtschaftsförderung). Foto: Landratsamt Fürstenfeldbruck

Landkreis Fürstenfeldbruck – Die Wirtschaftsförderung des Landkreises hat die Auswirkungen der Pandemie auf die heimischen Unternehmen über die Dauer eines Jahres mithilfe eines dreigeteilten Unternehmer-Monitorings untersucht. Die Befragungen fanden im Juni 2020, im Oktober 2020 als auch im Juli 2021 statt. Nach einer kurzfristig positiveren Einschätzung im Oktober 2020 zeigt sich im Sommer 2021, dass – wie bereits vor einem Jahr – fast drei Viertel der Befragten negative Auswirkungen durch die Pandemie beklagen. Die am meisten Betroffenen waren erwartungsgemäß das Hotel- und Gastgewerbe, während Verkehr und Dienstleistungen im Verlauf der Pandemie eine leichte Erholung verzeichneten, obwohl logistische Engpässe als auch der Ausfall von Veranstaltungen (Events, Schulungen etc.) als häufigste negative Auswirkung genannt wurde. 

Anders als in den voraus gegangenen Befragungen zeigte sich, dass negative Erscheinungen wie der Aus- und Wegfall von Mitarbeitern, Kunden und Aufträgen in der Abschlussbefragung eine nicht ganz so hohe Gewichtung einnehmen. Das lässt auf entsprechende Anpassungsstrategien der Betriebe schließen. Die deutlich stärkere Nutzung von Homeoffice und digitalen MeetingAngeboten dürfte hierbei eine wichtige Rolle gespielt haben. Entgegen vorangegangener Aussagen wird die Bedeutungszunahme von Homeoffice auch nach der Pandemie bleiben, wenngleich viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht komplett ins Homeoffice wechseln wollen. Bei der ersten Befragung im Sommer 2020 gingen drei Viertel der Betriebe davon aus, dass sie im laufenden Geschäftsjahr Umsatzeinbußen haben würden. Die aktuelle Befragung zeigt, dass die damalige Skepsis nicht ganz gerechtfertigt war. Dennoch kam es bei immerhin 60 Prozent der Befragten zu Umsatzverlusten. Erfreulicherweise zogen die pessimistischen Erwartungen und die tatsächlichen Verluste nicht in gleichem Maße einen Abbau von Arbeitsplätzen nach sich. Trotzdem hat gut jedes fünfte Unternehmen Entlassungen vorgenommen. 

Die drei Befragungen legen nahe, dass die im Vergleich zur Umsatzentwicklung moderate Entlassung von Mitarbeitern maßgeblich auf das Kurzarbeitergeld zurückzuführen war. Zu allen drei Befragungszeitpunkten hatten rund 40 Prozent der Betriebe Kurzarbeit beantragt, rund 20 Prozent der Belegschaften waren jeweils davon betroffen. Während im Sommer 2020 über 40 Prozent der Befragten auch weitere staatliche Hilfen in Anspruch genommen hatten, ging dieser Anteil auf knapp 37 Prozent zurück. Im Verlauf des Jahres ist die Zufriedenheit der Betriebe mit der Abwicklung dieser Hilfen deutlich zurückgegangen: Zeigten sich im Oktober 2020 lediglich 9 % der Unternehmen mit den staatlichen Hilfen unzufrieden, waren es im Sommer 2021 fast dreimal so viele (über 24 %). Pressemitteilung Nr. 300 Seite 2 Auf die Frage nach den größten Herausforderungen für die Unternehmen in den kommenden sechs Monaten bezogen sich die meisten Nennungen auf die Stabilisierung der Unternehmen nach der Krise, auf die Personalakquise, aber auch auf die Erweiterung der Betriebsstätten und auf die Nachfolgeregelung. Außerdem ist die Beschaffung für viele Betriebe eine neue Herausforderung geworden. Quer durch alle Branchen haben sich für fast die Hälfte der Befragten die Liefer- /Absatzketten als problematisch erwiesen. Ob hier eine stärkere regionale Verflechtung entstehen kann, bleibt fraglich. Zwei Drittel der Betriebe sagen, dass es für ihre Vorprodukte keinen Anbieter vor Ort gebe. Jeder Fünfte vermisst Partnerunternehmen in seinem Umfeld. Wie schon in den vorangegangenen Befragungen hatte auch im Sommer 2021 noch die Hälfte der Betriebe keine mittel- bis langfristige Strategie für die Zeit nach der Pandemie. Die Corona-Pandemie hat für jedes achte Unternehmen auch die Standortanforderungen geändert. Bedeutsamer werden v.a. die Internetanbindung, aber auch veränderte Raumanforderungen sowie das ÖPNV-Angebot. Von der Wirtschaftsförderung des Landkreises wünschen sich die Unternehmen Hilfestellungen beim Abbau von Bürokratie, aber auch bei der Personalgewinnung im Rahmen der Fachkraftinitiative. 

Die als Reaktion auf die erste Befragung von der Wirtschaftsförderung initiierte OnlineUnternehmensdatenbank stößt ebenso bei drei Viertel der Befragten auf Interesse wie der Newsletter der Wirtschaftsförderung. Die Online-Datenbank soll dem vielfach geäußerten Wunsch gerecht werden, dass sich die Unternehmen im Landkreis mit ihren Angeboten besser kennenlernen können. So könnten regionale Verflechtungen intensiviert und unnötige Abhängigkeiten von weit entfernten Zulieferern vermindert werden. Bild: Stellten die Abschlussergebnisse des landkreisweiten Unternehmens-Monitorings anlässlich der Corona-Pandemie vor (v.l.): Josef Rother (GEFAK mbH) 

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