Landsberg am Lech – Der Verein dieKunstBauStelle e. V. setzt mit einem neuen Projekt „Erinnerungskultur inklusiv und digital: NS-Erinnerungsorte als App" neue Maßstäbe in der Bewahrung der Erinnerung an die NS-Zeit und der Nutzung moderner Technologien für eine inklusive Geschichtsvermittlung. Ab Mai erweitert die BayernHistoryApp ihre Plattform um eine eigene Abteilung für NS-Geschichte, um Geschichte multimedial, interaktiv und barrierefrei zugänglich zu machen.
Die App wird als Teil der etablierten BayernHistory-Plattform eingeführt, die bereits heute vom Bayerischen Rundfunk und dem Verband der Volkshochschulen für das Projekt „Hörpfade" genutzt wird. Auch der Bahnpark Augsburg setzt auf die App als inklusives Museumsangebot. Durch die Integration der NS-Erinnerungsorte wird die BayernHistoryApp künftig umfassende Informationen in verschiedenen Formaten bieten – von Audiorundgängen und Videos bis hin zu Virtual Reality (VR) und Augmented Reality (AR). Links zu weiterführenden Originaldokumenten ermöglichen eine vertiefte Auseinandersetzung.
Initiator Wolfgang Hauck betont: „Digitale Angebote müssen heute mehrsprachig und barrierefrei sein. Unser Projekt erfüllt diese Anforderungen und entspricht dem neuen Barrierefreiheitsstärkungsgesetz. " Die App wird Inhalte nicht nur auf Deutsch und Englisch, sondern auch in Leichter Sprache und weiteren Sprachen bereitstellen. Die Nachfrage nach zentralen, einfachen Angeboten wie der BayernHistoryApp ist hoch, da Nutzer nicht für jedes Infoangebot eine separate App herunterladen möchten.
Hauck, Mitglied des „Memory Media Lab – Bewegte Bilder und immersive Medien in der Erinnerungskultur" an der Filmuniversität Konrad Wolf in Potsdam, entwickelt das innovative Konzept für die Erinnerungskultur. Das Projekt verbindet interdisziplinäre Ansätze aus Geschichte, Medienwissenschaft, Kunst und Technologie. Ein eigenes Projektteam mit erfahrenen Journalisten, Historikern und Content-Creators wurde aufgestellt, während Dr. Edith Raim die wissenschaftliche Leitung übernimmt und die Kooperation mit der Universität Augsburg herstellt.
Das neue Angebot soll NS-Geschichte in ganz Bayern dokumentieren – darunter ehemalige KZ-Lager, Gedenkstätten, Zwangsarbeiterlager und die NS-Geschichte vor Ort. Für den Landkreis Landsberg sind über 40 Erinnerungsorte mit jeweils 15-30 Beiträgen vorbereitet. Auch bisher unveröffentlichte Bildquellen und Dokumente zum DP-Lager oder den KZ-Außenlagern werden erstmals digital zugänglich gemacht. Wolfgang Hauck erklärt: „Mit der Erweiterung der BayernHistoryApp bieten wir Akteuren der Erinnerungskultur eine zentrale, ausgereifte Plattform, die vielfältige Querverbindungen zwischen historischen Orten und Ereignissen ermöglicht und neue Wege des Gedenkens eröffnet."
Das Projekt erhält breites Interesse: Die Stadt Landshut wird die aktuelle Ausstellung „Landshut im Nationalsozialismus: Opfer. Täter. Zuschauer." über die App digital erweitern und als museumspädagogisches Angebot nutzen. Gedenkstätten und der Bezirk Schwaben planen die Kooperationen. Materialien aus früheren Projekten des Vereins, wie 360°-Rundgänge von Penzing oder Lager VII sowie Rundgänge mit Zeitzeugeninterviews zur Aufarbeitungsgeschichte, werden übernommen.
Die Deutsche Stiftung Engagement und Ehrenamt (DSEE) fördert das Projekt mit 100.000 Euro im Rahmen des Programms TransformD. Die App richtet sich an Kommunen, Gedenkstätten, Schulen, Bildungseinrichtungen und Initiativen, die ihre eigenen Geschichtsprojekte einbringen können. Ein P-Seminar aus Moosburg sowie Studiengänge der LMU München und der Universität Regensburg sind bereits beteiligt.
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