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Bericht der Dießenerin Monika Proksch über die Lage in Myanmar

Bericht der Dießenerin Monika Proksch über die Lage in Myanmar Bild: www.kinder-der-welt.org


Dießen/Myanmar – Folgenden Bericht erhielt aloys.news von Monika Proksch. Die Dießenerin hat in Myanmar einen Verein unter dem Namen "Zukunft für Kinder der Welt" gegründet. Die E-Mail kam am 19. November an:

Liebe Spender*innen, Förder*innen und Freund*innen von Zukunft für Kinder der Welt e. V., diese Woche überschlugen sich die Ereignisse in Myanmar.

Es wird wieder bzw. immer noch an vielen Fronten erbittert gekämpft. In der letzten Zeit taten sich mehrere Gruppen der Widerstandsbewegung zusammen und haben viele Dörfer von den Soldaten der Junta befreit. Angefangen hat es im Nordosten, an der Grenze zu China. Einer der wichtigsten Handelsposten mit China. Dann wurden weitere Dörfer in Sagain und vor allem im Nordwesten, an der Grenze zu Indien und in Rakhine befreit. Viele Soldaten der Junta ergaben sich freiwillig, es gab auch einige Überläufer zur Widerstandsbewegung.

Zur Situation des St. Paul's Home in Loikaw:

Seit letzter Woche finden Gefechte in Loikaw statt. Seit Montag dieser Woche, dem 13.11.2023, fallen Bomben auf Loikaw. Am Dienstag erhielt ich die Nachricht, dass eine Bombe das Kirchendach zerstörte. Die Kirche steht nur 70 m vom Kinderheim entfernt. Kinder und Schwestern brachten sich augenblicklich in Sicherheit. Sie konnten nichts mitnehmen. Zum Glück ist bis jetzt Niemanden etwas passiert. Die psychischen Wunden werden sich später zeigen. Die Schwestern brachten die Kinder von einem vermeintlich sicheren Ort zum nächsten, nun in ein entfernteres Dorf, das ich auch persönlich kenne.

Durch den Druck der Bombe sind im Kinderheim die Fenster geborsten. Wer weiß, was sonst noch alles kaputt ging, oder ob evtl. von den Soldaten der Junta geplündert wird. Aber keiner kann hin, es ist zu gefährlich, die ganze Gegend ist verlassen.

Ich hatte vor, am 8. Dezember nach Myanmar zu fliegen. Das ist inzwischen Geschichte, es ist viel zu gefährlich. Alle Botschaften stuften die Lage im ganzen Land als tiefrot ein. Die Junta hat alle Hauptverkehrsstraßen von Rangun nach Norden, Nordost und Nordwest gesperrt. Es sitzen auch einige Touristen fest. Über Land geht nichts mehr und die Flüge sind ausgebucht. Der letzte Flug vom Ngapali startet am 21.11. Auch die Arbeiter und Hotelmitarbeiter aus anderen Landesteilen kommen nicht mehr nach Hause. Die Hochsaison ist gerade angelaufen, viele Touristen haben gebucht, aber alle Hotels müssen schließen. Nach den harten letzten Jahren wird das das Aus für viele sein.

Durch die Schließung der Hauptverkehrsverbindungen fehlt es an Lebensmitteln, Medikamenten und Benzin. Alles war schon vorher sehr teuer, jetzt ist die Situation dramatisch.

In allen Kinderheimen des St. Francis Xavier Konvent herrscht Alarmstufe eins, aber bis jetzt sind alle Kinder und Betreuerinnen körperlich wohlauf.

Ich hatte mich so sehr auf den Besuch gefreut. Vor zwei Wochen sagte mir die Oberin, dass ich nach Loikaw fliegen kann. Den Kindern aus den zwei Kinderheimen im Delta hatte ich wieder ein paar Tage am Meer versprochen. Für die Studenten in Taunggyi habe ich schon einen Laptop und ein Tablet organisiert und auf weitere hoffte ich. Es war alles schon in Vorbereitung …

Wir sind alle sehr traurig und hoffen auf eine baldige Verbesserung der politischen Situation mit einer Rückkehr zur Demokratie.

Aufgrund der Ereignisse brauchen wir nun noch viel mehr Geld als bisher geplant. Die Flucht der Bewohner des St. Paul's Homes in Loikaw kostet zusätzlich und vor allem die Instandsetzung des Kinderheims. Hoffentlich ist das ganze Inventar noch da und nicht beschädigt. Die Regenzeit dauert immer noch an. Was nicht geplündert ist, kann der Regen zerstören.

Daher meine dringende Bitte: Wenn es irgendwie möglich ist, bitte spenden Sie noch zusätzlich.

Ganz herzlichen Dank und alles Gute für Sie,

Zukunft für Kinder der Welt e. V.


Monika Proksch 

www.kinder-der-welt.org  Sparkasse Landsberg-Diessen, IBAN DE20 7005 2060 0000 6331 07

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