Dießen – Victoria Mayer, eine bekannte deutsche Schauspielerin, hat sich mit Rollen in Tatort-Folgen und zahlreichen weiteren Film- und Fernsehproduktionen einen Namen gemacht. Seit 1996 lebt sie in Bayern, zunächst in München, wo sie an der „Theaterakademie August Everding" studierte, und seit 2010 in Dießen am Ammersee. In der dritten Staffel der Krimiserie Der Pass spielt sie eine markante Rolle und teilt ihre Eindrücke von der Arbeit an diesem außergewöhnlichen Projekt.
Wie bist Du zu der Rolle in Der Pass gekommen, und was hat Dich daran besonders gereizt?
„Was mich besonders gereizt hat, war vor allem die erneute Zusammenarbeit mit Regisseur Christopher Schier und mit Kameramann Thomas W. Kiennast, der beim Pass zum ersten Mal auch im Duo mit Christopher Regie geführt hat. Wir drei haben bereits 2019 beim Tatort München zusammen gearbeitet. Christopher hat mich dann auch zum Casting für den Pass eingeladen."
Mayer hatte die Serie vorher nur teilweise gesehen, da sie privat selten Krimis oder Thriller schaut, dann zur Vorbereitung des Drehs aber beide Staffeln nachgeholt. „Man wird richtig hineingezogen in die düsteren Wälder und die beklemmende Stimmung," erinnert sie sich.
Wie würdest Du die Figur in der Serie beschreiben?
„Nadine Hofer ist eine direkte Frau, sie mag keine Unklarheiten. Sie ist ehrgeizig und will etwas erreichen, aber sie lässt sich auf keine krummen Dinger ein."
Ihre Rolle Nadine Hofer, eine deutsche Kriminalbeamtin, habe die Figur der Elli Stocker (gespielt von Julia Jentsch) auf interessante Weise gespiegelt. „Ich mochte diese Klarheit und Ruhe von Nadine, dass sie zuerst freundlich und offen, aber dann unkorrumpierbar ist und nicht locker lässt, wie man am Ende merkt," erzählt sie.
Die Dreharbeiten führten sie in die sommerliche Landschaft des Salzburger Lands und ins bayerische Voralpenland. Gedreht wurde im Sommer 2022, noch unter Corona-Bedingungen.
Die Serie hat eine sehr düstere und intensive Atmosphäre. Wie hast Du diese Stimmung während der Dreharbeiten erlebt?
„Ein Film-Set ist für die Mitwirkenden ja auch einfach ein Arbeitsplatz. Das heißt, dass heiße Sex-Szenen am Set oft sehr technisch und nie besonders sexy sind und auch düstere und geheimnisvolle Settings in der Arbeit ganz ‚normal' und pragmatisch wirken… und dann im Endergebnis die im Schnitt zusammengefügten Bilder im Zusammenspiel mit der nachträglich hinzugefügten Musik eine ganz andere Stimmung erzeugen. Willkommen beim Zauber des Filmes!"
Mayer erinnert sich gerne an die Zusammenarbeit mit den Regisseuren Christopher Schier und Thomas W. Kiennast, die sie bereits vom 2019 gedrehten Tatort Lass den Mond am Himmel stehen kannte.
Neben ihrer Arbeit an der Serie widmet sich Mayer auch weiterhin dem Theater. Am 15. Dezember stand Sie im Stadttheater Landsberg mit der Produktion „Das achte Leben (Für Brilka)" des Metropoltheaters München auf der Bühne vor ausverkauftem Haus.
Du hast sowohl in Film- und Fernsehproduktionen als auch im Theater gearbeitet. Was sind die größten Unterschiede in der Vorbereitung und beim Spiel?
„Im Theater hast du wochenlang Zeit, mit der Regie und den Kolleg/innen gemeinsam die Szenen zu erarbeiten. Bei den Vorstellungen musst du jeden Abend dieses erarbeitete Konstrukt mit neuem Leben füllen. Das macht es sehr aufregend, weil jeder Abend dann ein bißchen anders ist, je nachdem, wie das Ensemble und auch das Publikum drauf ist. Im Film findet die Vorbereitung zuhause statt und am Set hast du oft nur wenige Wiederholungen, um unter großem Zeitdruck dein Spiel gleichzeitig präzise und doch auch frei und überraschend zu halten. Für mich sind das fast zwei verschiedene Berufe, weil die Arbeitsweise einen so unterschiedlich fordert und ich erlebe es als großen Luxus, beides parallel ausüben zu können."
Dass sie inzwischen seit fast 30 Jahren in Bayern lebt, bringt sie mit einem Augenzwinkern dazu, von weiteren Krimirollen zu sprechen: „Es hat ja nicht lange gedauert, bis ich in einer Serie wie Der Alte gelandet bin," witzelt sie.
Wie gehst Du damit um, in einer so emotional fordernden Branche zu arbeiten? Hast Du bestimmte Rituale oder Strategien, um sich abzugrenzen?
„Es gibt den schönen Spruch, dass man als Schauspieler nicht fürs Spielen, sondern für das Warten bezahlt wird. Das Spielen macht Spaß, das Warten, am Set oder auf ein neues Engagement, ist oft schwer. Da hilft es, genauso wie bei allen anderen Menschen auch, wenn man ein erfülltes Leben neben dem Beruf hat, eine Familie, gute Freunde, eine stabile Basis, die einen in unsteten Zeiten trägt. Am Set, an einem emotional fordernden Tag, hilft oft Abschottung vom Trubel mit Kopfhörern und guter Musik.""
Welche Projekte stehen bei Dir in naher Zukunft an?
„Im Januar 2025 kommt Leben ist Jetzt – die Real Life Guys ins deutsche Kino." (Trailer: YouTube). Im Frühjahr 2025 werde ich einen Fernsehfilm und einen Kinofilm drehen, aber Details darf ich noch nicht verraten."
Gibt es etwas, worauf Du Dich besonders freust?
„Dass hoffentlich kurz vor Weihnachten der Entwurf des neuen Filmfördergesetzes im Bundestag verabschiedet wird. Durch den Bruch der Ampel ist dieses entscheidende Vorhaben ins Wanken geraten und es wäre für die ganze deutsche Filmbranche unglaublich wichtig, dass es klappt. Daumen drücken!"
When you subscribe to the blog, we will send you an e-mail when there are new updates on the site so you wouldn't miss them.
By accepting you will be accessing a service provided by a third-party external to https://aloys.news/
Kommentare