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"Ernesto, der Seebär – Vom Tretauto zum Schlachtschiff" Fortsetzungsroman eines bewegten Lebens. Folge 54

B Die „Pamir“ in ihrer vollen Schönheit im Segelschiffhafen von Hamburg kurz vor ihrem Untergang bei ihrer nächsten Reise. Ich wollte an Bord, um meine Freunde zu besuchen und sollte  „Ahoy“ rufen, dann käme ein Ruderboot um mich abzuholen. Foto: Ernesto R. Hofmann

Folge 54

Beim Kramen nach Unterlagen fielen mir dieser Tage im Keller Briefe von damaligen Kollegen in die Hand, die ich wieder einmal mit wachsendem Interesse las. Sie konfrontierten mich nicht nur mit der damaligen Zeit, sondern bestätigen nur voll und ganz die in diesem Buch hier und da kritisch geschilderten Verhältnisse an Bord von Schiffen gewisser Reedereien, die ich hier (sehr!) geschönt (um mich keiner eventuellen Verleumdungsklage auszusetzen), aber den Tatsachen entsprechend wiedergegeben habe.

Man hat seinerzeit nichts unterlassen, es unserem Berufszweig, den wir mit soviel Hingabe und Begeisterung erfüllten, zu erschweren. Von unserer Geschäftsleitung erhielten wir keine Unterstützung, im Gegenteil, war sie doch selbst von den Reedereien gestellt. Der Geschäftsführer äußerte sich mir gegenüber selbst einmal so: „Mein Chef (gemeint war die Reederei) verlangt von uns etc." Ob das nun ein ungewollter Versprecher war oder nicht, vermag ich nicht zu spekulieren.

So waren wir bei verschiedenen Reedereien voll in den Bordbetrieb vereinnahmt, obwohl für mit Risiken verbundenen Tätigkeiten nicht ausgebildet, und nicht im Dienst der Reederei, deshalb auch von jeglicher Erfolgsbeteiligung ausgeschlossen, was bei uns viel böses Blut setzte. Aber was konnten wir machen? Wir waren Einzelkämpfer vor dem Herrn. Die alte Garde blieb der Firma wohlweislich erhalten und wusste, wie man's richtig machte, mit Zigarren aus Havana und so, bei der Jungmannschaft kam es zu periodischen Kündigungswellen. Obwohl für 500 Schiffe nur 350 Funker zur Verfügung standen, unterließ man alles, sie zu binden. Nicht bedacht dabei wurde, dass die betriebsinterne Ausbildung kostenintensiv war und gefühlsmäßig nur diejenigen „gute" Schiffe bekamen, die sich mit Mitbringseln bei den Vorgesetzten anzubiedern wussten. So hielt man die „zuverlässige" Kernmannschaft und um den Rest war's nicht schade. Psychologisch gut durchdacht. 

Fortsetzung folgt

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