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Freizeiten stärken Kinder und Jugendliche. Sparkassenstiftung unterstützt wichtiges Angebot der Lebenshilfe Landsberg. Von Daniela Hollrotter

Ferienfreizeiten und Ausflüge der Heilpädagogischen Tagesstätte 2 der Lebenshilfe Landsberg stärken den Gruppenzusammenhalt und die Entwicklung der Kinder. Foto: Kathrin Bendel

Landsberg am Lech – Jetzt, wo es Richtung Frühling geht, steigt die Vorfreude. Die Kinder und Jugendlichen aus der Heilpädagogischen Tagesstätte 2 (HPT2) der Lebenshilfe Landsberg sehnen sich nach den heiß geliebten Ausflügen und Ferienfreizeiten. Denn diese schaffen tolle Erlebnisse, wunderschöne Erinnerungen, stärken Selbstvertrauen und Konfliktfähigkeit sowie den Gruppenzusammenhalt, so Erlebnispädagogin Kathrin Bendel. Dafür, dass dieses Jahr alle teilnehmen können, sorgt unter anderem die Stiftung der Sparkasse Landsberg-Dießen.

Erzieher Micha Thierauf von der Gruppe „Paradiesvögel" erinnert sich noch gut an den Drittklässler: „Er war laut, manchmal richtig rüpelhaft, hatte aber ein großes Allgemeinwissen". Im Alltag der HPT 2 mit Hausaufgaben, Lernen und begrenzter Freizeit entstanden deshalb immer Konflikte in der Gruppe. Dann kamen die fünftägigen Ferien nahe Füssen.

„Für das Team ist es immer spannend, die Kinder außerhalb des Alltags zu erleben", sagt Kathrin Bendel. So werden Ansatzpunkte für weitere Förderung, Schwächen, aber auch Stärken deutlich. Vor allem aber können die Kinder sich nicht so leicht zurückziehen, sondern müssen sich dem Gruppengeschehen stellen.

Auf der anderen Seite haben die ErzieherInnen ohne Alltagsstress genügend Zeit, um Gruppenkonflikte gemeinsam zu bearbeiten und mit allen Beteiligten Lösungsstrategien zu entwickeln. Dadurch wächst nicht nur die Gruppe deutlich zusammen, sondern auch jeder Einzelne der meist acht Kinder zwischen sieben und 14 Jahren entwickelt sich weiter. „Viele haben ja gerade Probleme im Sozialverhalten", so Micha Thierauf.

So erlebte er, wie der laute Drittklässler bei einer Aufgabe auf einmal die Führung übernahm und die Mitglieder seiner Gruppe ruhig, aber bestimmt, zum Erfolg brachte. „Da sieht man erst, was möglich ist", freut sich Thierauf.Er ist überzeugt davon, dass die Kontinuität und Verlässlichkeit sowie der strukturierte Tagesablauf bei den Freizeiten einen guten Teil zu den positiven Entwicklungen beitragen.

Die intensiven Erfahrungen und Erlebnisse bei Ausflügen und Freizeiten wirken oft noch sehr lange nach, betont Kathrin Bendel. Das gegenseitige Verständnis wächst durch die gemeinsamen Unternehmungen und den Spaß dabei. Und ganz nebenbei lernen die Kinder auch attraktive Alternativen zur Mediennutzung kennen.

Denn beim HPT-Team stehen statt Fernsehen Waldspaziergänge als „Wolfsrudel" auf dem Programm, bei denen sich Erwachsene und Kinder über Geheul verständigen. Statt Handy gibt es Spieleabende, Fackelwanderungen oder Entdeckungstouren in der Natur, gemeinsames Kochen, Baden oder Minigolfen.

Zwischendrin werden natürlich auch Besuche in Kletterparks, Museen oder im Zoo angeboten. Doch prinzipiell sollen die Kinder sehen, dass auch mit wenig Geld schöne Dinge erlebt werden können, so Kathrin Bendel. So werden als Unterkünfte meist Selbstversorgerhäuser oder Jugendherbergen gewählt, die nicht viel kosten.

Trotz Förderung durch das Jugendamt müssen die Familien einen Betrag zu Übernachtungen, Busfahrten und Unternehmungen zuschießen – und den können sich nicht alle leisten, bedauert Bendel: Nicht nur bei Ferienfreizeiten, sondern auch bei Ausflügen kommen Familien manchmal an ihre finanziellen Grenzen. Deshalb sammelt die HPT 2 Spenden für einen Fonds, der betroffenen Familien zur Verfügung steht.

In diesem Jahr steuert die Stiftung der Sparkasse Landsberg-Dießen 1.000 Euro aus der Spendenaktion „1 Euro je Einwohner" bei, freut sich Bereichsleiterin Sabine Pott. Damit ist schon einmal gut ein Zehntel des erforderlichen Jahresbudgets erreicht. Sie hofft, dass noch mehr dazu kommt, damit in diesem Jahr wieder alle Kinder und Jugendlichen an Freizeiten und Ausflügen teilnehmen können.

Denn auch wenn es dem Drittklässler nicht immer gelang, so konnte er seine neu entdeckte Fähigkeit zur ruhigen Führung doch immer wieder einmal zeigen, freut sich Micha Thierauf. 

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