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Häuser klimafit machen und gleichzeitig besser nutzen. Neues Forschungsprojekt denkt Wärmewende und Wohnraum gemeinsam

Türkenfeld – Wie können Einfamilien- und Reihenhausgebiete klimafit gemacht und gleichzeitig besser genutzt werden? Mit dieser Frage beschäftigt sich das neue Forschungsprojekt „Transformation von Einfamilienhausgebieten (EFH-Trafo)", das Ende Februar an der Hochschule Biberach gestartet ist.

Das Verbundprojekt, das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert wird, läuft über drei Jahre und wird von der Hochschule Biberach koordiniert. Projektpartner sind neben der Energieagentur KLIMA³ die Universitätsstadt Tübingen sowie die Stadt Göttingen.

Worum es geht

Viele Einfamilien- und Reihenhäuser in den Gemeinden stammen aus den 1960er- und 1970er-Jahren. Sie sind energetisch sanierungsbedürftig und werden heute oft nur noch von ein oder zwei Personen bewohnt. Gleichzeitig fehlt in vielen Regionen Wohnraum für junge Familien oder Alleinstehende. Genau hier setzt das Projekt an: Es verbindet die Erneuerung der Heizsysteme mit der Frage, wie bestehende Häuser sinnvoll weiterentwickelt werden können.

Ein Beispiel

Ein Paar lebt seit Jahrzehnten im eigenen Reihenhaus. Die Kinder sind ausgezogen, das Haus ist zu groß geworden. Die alte Heizung muss ersetzt werden. Statt nur die Technik zu erneuern, könnte das Dachgeschoss zu einer kleinen Wohnung umgebaut werden – für Angehörige oder zur Vermietung. Gleichzeitig könnten mehrere Nachbarhäuser gemeinsam eine Lösung für die Wärmeversorgung entwickeln. So ließen sich Kosten teilen und Investitionen besser bewältigen. Genau solche Möglichkeiten untersucht das Projekt EFH-Trafo – technisch, wirtschaftlich und organisatorisch.

Technik und Alltag zusammendenken

Im Projekt arbeiten Fachleute aus Energietechnik, Stadtplanung, Soziologie und Immobilienwirtschaft zusammen. Neben Fragen zur Wärmepumpe oder zur Stromnetzbelastung geht es auch um ganz praktische Themen: Wie kommen Eigentümergemeinschaften zu gemeinsamen Beschlüssen? Welche Finanzierungsmodelle sind tragfähig? Und wie können Kommunen solche Prozesse unterstützen?

Katrin Schaber, Professorin an der Hochschule Biberach, erklärt: „Die Wärmewende im Bestand gelingt nur, wenn wir Technik, Wirtschaftlichkeit und die Lebenssituation der Menschen zusammendenken. Unser Ziel sind Lösungen, die energetisch sinnvoll sind und gleichzeitig im Alltag der Eigentümerinnen und Eigentümer funktionieren."

Andreas Weigand, Geschäftsführer der Energieagentur KLIMA³, ergänzt mit Blick auf die Region: „Wir haben vor allem die vielen Reihenhaussiedlungen aus den 70er Jahren im Fokus. Hier stellen sich gleichzeitig technische Fragen zur zukünftigen Heiztechnik, Fragen zur Finanzierung und die Herausforderung, gemeinsame Beschlüsse in der Eigentümergemeinschaft zu erreichen. Wir wollen zeigen, welche Optionen es für die zukünftige Wärmeversorgung solcher Quartiere gibt."

Als assoziierter Partner beteiligt sich unter anderem die Agenda-21-Modellprojektgruppe „RaumGenug" aus Grafrath. Die Initiative bringt ihre Erfahrungen aus der Wohnraummobilisierung in Einfamilienhausgebieten in das Projekt ein.

Ziel von EFH-Trafo ist es, am Ende konkrete Leitfäden und Handlungsempfehlungen zu entwickeln. Kommunen sowie Eigentümerinnen und Eigentümer sollen nachvollziehbare Wege aufgezeigt bekommen, wie bestehende Wohngebiete energetisch modernisiert und gleichzeitig zukunftsfähig weiterentwickelt werden können.

Beispielhaft - Eine Außentreppe ermöglicht eine getrennte Wohneinheit in der Doppelhaushälfte und ist auch attraktiv bei der Beantragung von Förderung für Sanierung und Heizungstausch
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