Landsberg am Lech – Mit einer festlichen Gala im vollbesetzten Stadttheater Landsberg eröffnete Landrat Thomas Eichinger am Freitagabend die Kreiskulturtage 2025. Das diesjährige Motto „Licht und Schatten" bildete den inhaltlichen Rahmen für einen künstlerisch dichten und emotionalen Auftakt. Mit großem Charme, Einfühlungsvermögen und spontaner Leichtigkeit führte Eichinger durch den Abend und verstand es, den künstlerischen Beiträgen mit feinen Übergängen und persönlichen Worten den passenden Rahmen zu geben. In seiner Begrüßung zitierte er den Dichter Friedrich Hölderlin mit dem bekannten Vers aus der Hymne Patmos: „Wo aber Gefahr ist, wächst das Rettende auch" – ein Gedanke, der das Spannungsfeld zwischen Licht und Dunkelheit, Hoffnung und Herausforderung widerspiegelt.
Die Kreiskulturtage gehen auf eine Initiative der Dießener Künstlerin Annunciata Foresti zurück, die vor zehn Jahren die Idee zu einem Landkreis-weiten Kulturfestival ins Leben rief. Seit der ersten Ausgabe im Jahr 2017, die unter dem Thema „Heimat" stand, werden die thematischen Leitmotive in enger Abstimmung und im regelmäßigen Austausch mit Landrat Thomas Eichinger entwickelt. Es folgten „Mut" im Jahr 2019 und „Sehnsucht" im Jahr 2022. Mit „Licht und Schatten" widmet sich die Ausgabe 2025 nun der künstlerischen Auseinandersetzung mit Kontrasten, Gegensätzen und Übergängen.
Annunciata Foresti verabschiedete sich in diesem Jahr von ihrer Rolle als künstlerische Leiterin. In einer kurzen, emotionalen Rede dankte sie ihrem Team und betonte, wie anspruchsvoll es sei, für einen kurzen Zeitraum so viele Künstlerinnen und Künstler im gesamten Landkreis nicht nur zu koordinieren, sondern überhaupt für ein gemeinsames Thema zu gewinnen. Wer ihre Nachfolge übernehmen wird, ließ sie offen.
Das Programm der Auftaktgala spiegelte das diesjährige Motto auf vielfältige Weise wider. Eröffnet wurde der Abend mit einem atmosphärischen Videobeitrag von Manuela Hartl, der das Spannungsverhältnis von Licht und Schatten visuell verdichtete. Das Saxophonensemble der Musikschule Landsberg zeigte, wie ausdrucksstark und lebendig das Instrument in verschiedensten Klangfarben wirken kann. Xuan Shao interpretierte am Flügel mit großer Sensibilität das Nocturne Nr. 3 op. 30 von Lowell Liebermann. Einen literarischen und zugleich berührenden Moment bot die Virtuelle Kompanie mit einem Auszug aus dem neuen Stück von Katalin Fischer: „Im Bordell der Schneekönigin", in dem Hans Christian Andersen einen Abschiedsbrief seiner Geliebten erhält und sie als eiskalte Frau im Märchen die „Schneekönigin“ verewigt hat. Die Premiere des Stücks ist am Mittwoch 14. Mai im Stadttheater Landsberg Beginn 20 Uhr
Mit einer musikalisch-literarischen Darbietung berührten Elisabeth Günther, die deutsche Synchronstimme von Cate Blanchett, und Annette Rießner das Publikum. Einen persönlichen Akzent setzte das Lied „Du bist ein Walfisch", interpretiert von Evi Kegelmaier und Matze Brustmann – ein Wunschstück von Annunciata Foresti selbst.
Der künstlerische Höhepunkt des Abends war die beeindruckende Akrobatik von Simone und Teresa Schäfer. Ohne Netz führten sie auf der Bühne atemberaubende Figuren und schwindelerregende Bewegungen am Vertikaltuch aus – mit solcher Leichtigkeit und Präzision, dass das Publikum in Bravorufe ausbrach.
Die Kreiskulturtage 2025 bieten bis zum 25. Mai ein abwechslungsreiches Programm mit Konzerten, Ausstellungen, Theateraufführungen und Performances im gesamten Landkreis Landsberg am. Weitere Informationen sind unter kreiskulturtage-landsberg.de zu finden.
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