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Mike Oldfield kämpft mit den Dämonen der Vergangenheit. Folge 2. Von Michael Fuchs-Gamböck

Mike Oldfield Archivbild: aloys.news

Dießen – Lesen Sie auf aloys.news jeden Tag eine neue Folge aus dem Buch des Dießener Pop-Journalisten Michael Fuchs-Gamböck mit dem Titel "Er hatte sie alle. 50 Geschichten aus 25 Jahren Rock'n'Roll", erschienen im Jahr 2019

Mike Oldfield, Folge 2

Es war nicht meine erste Begegnung mit diesem bekennenden Eigenbrötler, eines der ganz großen Idole meiner Jugend. Gerade wegen seines introvertierten, weltfremden Naturells hatte ich ihn als Interviewgegenüber stets sehr zu schätzen gewusst – das tue ich bis heute. Ich rechne es Mike hoch an, dass er, obwohl er seit Beginn seiner Karriere 1973 bis dato weltweit knapp 50 Millionen Kopien seiner Arbeiten verkauft hat und sich daher um seine Altersversorgung keine Gedanken mehr machen braucht, niemals abgehoben, stattdessen stets derselbe, leicht verwirrt wirkende Kauz geblieben ist.

Oldfield hat sich auch von Beginn seiner Karriere an nie groß um Trends geschert, sondern stur an den endlosen Harmonien in seinem Hirn festgehalten. Und die hatten und haben mit normal humanem Befinden eher wenig bis gar nichts zu tun. „Ich bin kein großer Menschenfreund", behauptete Oldfield in einem Interview, das ich mit ihm Mitte der 90er in London geführt hatte. „Am wohlsten fühle ich mich, wenn ich alleine bin."

Mit dem Alleinsein sollte es sich in Mikes Leben bald gewaschen haben, denn rund zwei Jahre später wurde er stolzer Vater eines Babys. Wobei dieser Umstand bei Oldfields Naturell nicht zwangsläufig zu bedeuten hat, dass er nicht doch etliche Stunden seines Tages alleine in seinem merkwürdigen Hirn wohnt. Das ist nun mal sein Charakter.

Zurück zum Gespräch 2005: Nachdem ich mir, um die Wolkenwand zu steigern, gleichfalls eine Kippe angesteckt hatte, nahmen Mike und ich Platz um einen hässlichen, schweren Eichenholztisch, auf dem – wichtigstes Utensil – ein großer Aschenbecher thronte. „Scheint, dass du mit deiner neuen Platte dein schizophrenes Naturell zum Ausdruck gebracht hast", feixte ich gleich zu Beginn unserer Unterredung. Mike wusste, aus welchem Mund dieser fiese Satz stammte und dass er nicht ernst zu nehmen war. Wir lagen immer schon auf einer Wellenlänge, was schrägen Humor angeht. 

Fortsetzung folgt

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