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Paul Piendl: Jetzt geht's zu den Kuna-Indianern. Von THOMAS ERNSTBERGER

Paul Piendl hatte eine "Meeres-Anhalterin" an Bord. Foto: Paul Piendl

Schondorf/Panama – „Wirklich schön" – das waren die ersten Eindrücke des Schondorfer Weltumseglers Paul Piendl vom „Traumland" Panama. Von Bonaire aus segelte er mit seiner Wasa in acht Tagen und fünf Stunden die 830 Seemeilen in die Linton Bay –„meine zweitlängste Überfahrt nach der Atlantiküberquerung", erzählt der mittlerweile 23-jährige Bootsbauer. Er war dabei allerdings nicht allein: Mit der veganen Dänin Sofie hatte er praktisch eine „Meeres-Anhalterin" mit an Bord. „Ich hab sie bereits auf Curaçao kennengelernt, als sie noch Gast auf einem dänischen Boot war. Sie wollte ohne Flugzeug nach Panama reisen. Ich hatte leere Kojen und wollte schon länger mal ausprobieren, wie es ist, mit fremder Crew zu segeln. So war es recht schnell beschlossener Sache, die 830 Seemeilen-Passage gemeinsam anzutreten." Paul: „Diese Etappe gilt unter Seglern als „anspruchsvoll, ungemütlich bis schwierig." So waren die ersten fünf Tage „angenehm", von einer Beinahe-Kollision am dritten Tag mit einem Containerschiff, einem sogenannten „Seelenverkäufer", mal abgesehen. Aber dann wurden sie vom Nordäquatorialstrom ausgebremst. „Für die 90 verbleibenden Seemeilen, die man noralerweise in einem dreiviertel Tg zurücklegt, brauchten wir drei Tage, mussten teilweise sogar mit dem Motor fahren, als der Wind endgültig eingeschlafen war." Die beiden kamen letztlich kurz vor dem Sonnenuntergang gut an. Es waren Tage, in denen Paul auch erfuhr, wie eng Freud und Leid beieinander liegen. Während der Passage feierte er seinen 23. Geburtstag – und zuhause verstarb völlig überraschend seine Oma, die ihm für den Besuch seiner Eltern auf Curaçao noch den „Panama Cruising Guide" mitgegeben hatte, der ihm jetzt eine wichtige Hilfe ist.

Sofie verließ die Wasa, um mit einem Freund Panama City zu erkunden - und wurde wie geplant von Sofien, einem Freund Piendls, abgelöst. Erst stehen jetzt erst einmal Reparatur-Arbeiten (gerissenes Segel und kaputtes Dinghy) auf dem Programm, danach geht's gemeinsam für „zwei bis drei Wochen" zu den San-Blas-Inseln, einem Inselparadies im Karibischen Meer mit insgesamt 365 Inseln. Dort wollen sie auch das Reservoir der Kuna-Indianer besuchen, die hier in 52 Dorfgemeinschaften in einer autonomen Republik mit eigener Sprache, Regeln, Bräuchen und Traditionen leben. „Das wird sicher sehr spannend und interessant", sagt Paul beim Telefonat mit „Aloys News".

Und danach? Wann geht's in den weltberühmten Kanal? „Die zweitägige Passage ist für Ende Oktober geplant", erzählt der Abenteurer vom Ammersee. Und er gibt ganz offen zu: „Der Finanzgürtel wird eng. Die Kanalpassage, für die wir noch drei weitere Crew-Mitglieder brauchen, kann ich mir gerade noch leisten. Aber danach bin ich pleite." Seine Eltern will er nicht anpumpen, Jobs – „vielleicht Boote auf einer Werft reparieren oder als Crew-Mitglied auf einem anderen Schiff mitfahren" – würde er gerne annehmen, aber er muss erst mal was Geeignetes finden. „Es ist zur Zeit alles ein bisschen unsicher. Ich habe mir ein paar Sachen überlegt, aber noch keine Lösung gefunden", verrät er. Er weiß: „Das sind Probleme, die zu so einer Reise dazugehören."

Wie er diese Probleme gelöst hat, erfahren Sie in unserer nächsten Folge. Wer Paul finanziell ein bisschen unter die Arme greifen will, kann das über seine Homepage www.sv-wasa.de tun. Unter dem Kapitel „Brotzeitkasse" auf Paul Piendls Blog findet sich ein entsprechender Paypal-Spenden-Button.

Alle Fotos: Paul Piendl

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