Dießen/Landsberg – Die Arbeitsgruppe 60plus der Landsberger SPD hat dem Carl-Orff-Museum (COMU) in Dießen einen Besuch abgestattet. Das Museum bietet in besonderer Atmosphäre einen umfassenden Einblick in Leben, Denken und Werk des weltbekannten Komponisten und Musikpädagogen. Durch die Ausstellung führte Frau Blaschek, die mit fundiertem Wissen und anschaulichen Erzählungen die Gruppe begleitete.
Ein Leben für die Musik. Carl Orff wurde 1895 in München geboren und erhielt schon früh Unterricht in Klavier, Cello und Orgel. Während ihm die Schule wenig Freude bereitete, widmete er sich umso intensiver der Musik. Nach seinem Studium an der Königlichen Akademie der Tonkunst arbeitete er als Komponist und Kapellmeister und setzte seine Ausbildung bei Heinrich Kaminski fort. 1924 gründete Orff gemeinsam mit Dorothee Günther die Günther-Schule in München, die Gymnastik, Rhythmik, Musik und Tanz verband. Aus dieser Arbeit entstand – zusammen mit Gunild Keetman – das international einflussreiche Orff-Schulwerk. Ab 1955 lebte Orff in Dießen am Ammersee. Mit der Carmina Burana gelang ihm 1965 der weltweite Durchbruch. Orff starb nach langer Krankheit 1982 im Alter von 86 Jahren in München.
Der Rundgang führte die Besucherinnen und Besucher durch zentrale Stationen von Orffs Leben. Eine raumfüllende Trommel erinnerte an seine besondere Vorliebe für Schlaginstrumente. Zu sehen waren außerdem Notenblätter alter Musik, zahlreiche außereuropäische Instrumente aus Orffs Sammlung sowie sein original erhaltenes Arbeitszimmer. Besonderes Interesse weckte die Anordnung von Schreibtisch und Klavier im rechten Winkel – ein bewusst gewähltes Arbeitsprinzip, das Orff nutzte, um musikalische Ideen unmittelbar in Klang umzusetzen. Auch die bekannten Orff-Instrumente waren zu sehen: Klanghölzer, Glockenspiele, Trommeln, Pauken, Becken, Triangeln, Schellen, Metallophone, Fingerzimbeln und Kastagnetten.
Ein Höhepunkt des Besuchs war der praktische Teil. Frau Blaschek verteilte verschiedene Orff-Instrumente an die Teilnehmenden und leitete eine kurze musikalische Einheit an. Mit zwei erhobenen Zeigefingern als Taktstock entwickelte sich rasch ein gemeinsamer Rhythmus – begleitet von Sprache, Gesang, Bewegung und sichtbarer Freude. Noch auf dem Parkplatz wurde lebhaft weiterdiskutiert und gelacht. Der Besuch im COMU machte deutlich, wie lebendig und zugänglich das Werk Carl Orffs bis heute ist."
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