Dießen – Israel ist ein Land voller Gegensätze. Diese Erkenntnis ist so plakativ wie wahr. Das Land ist ständig in Alarmbereitschaft, weil es von Feinden umzingelt ist, leidet unter permanenter Angst vor Terroranschlägen und ist trotzdem nicht gelähmt, sondern hochlebendig. Dabei spaltet sich die israelische Gesellschaft auf in Bürger, die mit der aktuellen Palästineserpolitik ihrer Regierung überenistimmen und solchen, die diese ablehnen. Seine ultraorthodoxen tiefreligiösen Bürger müssen nicht den üblichen Militärdienst absolvieren. Das sind nur einige der Facetten dieses außergewöhnlichen Landes am Mittelmeer. Üblicherweise nehmen wir in Deutschland Israel nur unter dem Aspekt der Palästinenserproblematik wahr. Aber ist das Bild richtig?
Am Freitag, 5. November, eröffnet im Studio am Marktplatz 2 in Dießen um 14 Uhr der Journalist und Philosoph Alois Kramer zusammen mit Bürgermeisterin Sandra Perzul und Professor Werner Kroener eine Ausstellung mit Fotografien aus Jerusalem und Tel Aviv. Sie trägt den Titel "Kaw 405 – Tel Aviv - Jerusalem". Das ist die Buslinie, die beide Städte verbindet.
Die beiden Fotokünstler, von denen die Bilder stammen, sind Noah Cohen und Shlomo Pozner. Cohen ist in Tel Aviv geboren, Pozner stammt aus Jerusalem. Während der in Dießen seit über 30 Jahren lebende Cohen aus einer – wie man sagt – säkularen Familie kommt, wuchs Pozner in eine ultraorthodoxe Familie hinein. Gegenwärtig lebt der 25-Jährige mit seiner Lebensgefährtin, die aus dem Landkreis Landsberg kommt, in Berlin. Cohen ist als Fotograf, der auch jüdisches Leben in Deutschland in seinen Bildern festhält, am Ammersee und darüber hinaus bekannt. Die Fotos von Shlomo Pozner sind ungewöhnlich, weil sie Schlaglichter auf orthodoxes jüdisches Leben in Jerusalem werfen. Bisher kennen nur wenige die Arbeiten des Jerusalemer.
Cohen sagt selbst über seine Fotos: "Im „Saftladen" in Sderot Ben Gurion mixt ein schönes Mädchen den Saft so, wie du ihn willst – Orange, Kiwi, Passionsfrucht, Melone. Wir passieren moderne Glasriesen, ein runder Turm, ein Dreieck, ein hoch hinaufragender Flügel in Tel Aviv. Fensterdisco in Jerusalem, junge Mädchen tanzen ausgelassen, ein kleiner Talmudschüler hat gerade Pause und feixt vom Balkon herunter, zwei alte Araber sorgenvoll im Café. Eine Schule mit einem Mosaikherzen und der Einkaufsliste als Spruchband an der Wand; drei Brautkleider hängen im Frühlingswind. Es ist eine luftige Reise von Tel Aviv nach Jerusalem".
Pozner, der Fotografie an der Bezalel-Kunst-Universität in Jerusalem studierte, erklärt: "Ich inszeniere in meinen Bildern nicht, sondern ich fungiere hier fast wie eine Dokumentarfilmer. Ich lichte einfach ab, wähle die Ausschnitte und zeige die Realität, so wie ich sie sehe. Meine Fotos sind Momentaufnahmen von Hochzeiten von Geschwistern. Aber nicht nur. Sie sind ein Spiegel orthodoxen jüdischen Lebens, wie es in Deutschland kaum jemand kennt.
"KAW 405 קו
תל אביב-ירושלים
Linie 405 Tel Aviv - Jerusalem"
Studio am Marktplatz 2 in Dießen – gleich neben La Gondola
Eröffnung am Freitag, 5. November um 14 Uhr mit Bürgermeisterin Sandra Perzul
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