Landsberg am Lech – Also ich brauche eigentlich sowieso keinen Weihnachtsmann. Mir reicht der Stermann. Dirk Stermann. Denn dieser Herr Stermann hat mir schon mehrfach großartige Geschenke gemacht, und zwar in Form der Bücher, die er schreibt. Exemplarisch zu nennen wären natürlich "Sechs Österreicher unter den ersten fünf", "Mir geht's gut, wenn nicht heute dann morgen" über Erika Freeman, oder "Maksym".
Nun hat er wieder mal das Buch zur Zeit verfasst: "Die Republik der Irren". Ein historischer Roman. Und zwar im besten Sinne. Denn hier fabuliert der Autor nicht im Ungefähren oder erfindet zwecks der besseren Dramaturgie irgendwelche Kriminalfälle oder dergleichen, er hat recherchiert und hält sich an die verbrieften Fakten. Mehr musste er auch nicht, denn diese Story ist schier unglaublich. Oder doch nicht? Es geht um das Jahr 1919. Freischärler unter dem Kommando des "Dichters und Kämpfers" und Futuristen Gabriele d'Annunzio fallen in Rijeka an der kroatischen Adria ein.
Die Italiener nennen den Ort Fiume. Die futuristische Bewegung, deren Anhänger als überzeugte Nationalisten stark mit den Faschisten sympathisierten (kommt einem bekannt vor), wollte dort einen erneuerten Staat aufbauen. Alles Alte hinter sich lassen. Sie waren technikbegeistert, bzw. gläubig, um, nicht zu sagen, hörig (Kommt einem bekannt vor) und ihr Anführer d'Annunzio entpuppt sich als gnadenloser Narzisst (kommt einem auch irgendwie bekannt vor). Zusätzlich kamen die Futuristen auf die Idee "Irre", die sie aus den psychiatrischen Kliniken des ganzen Landes rekrutierten, als Minister einzusetzen. Dieses Buch muss gelesen werden! Es beleuchtet eine in Vergessenheit geratene Episode des prä-faschistischen Italiens und es stockt einem oft der Atem,... weil, na ja... einiges kommt einem halt tatsächlich irgendwie bekannt vor, und zwar aus der Gegenwart. Geschichte wiederholt sich nicht. Aber Ähnlichkeiten und Muster tauchen in der Geschichte bekanntermaßen immer wieder auf.
Und wie immer schafft es Dirk Stermann, die Leserschaft von der ersten Seite an zu fesseln und bis zum Ende nicht mehr loszulassen. Ein wenig Wikipedia nebenbei zu lesen schadet dabei nicht. Denn das vorgestellte Personal in diesem Buch hat es ja fast zur Gänze tatsächlich gegeben.
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