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Zum 70. von Filmemacher Walter Steffen. Retrospektive bei den Münchner Filmkunstwochen

Seeshaupt./München – Zum 70. Geburtstag des bayerischen Dokumentarfilmers Walter Steffen widmen die Münchner Filmkunstwochen dem am Starnberger See lebenden Regisseur eine Retrospektive. In den Münchner Kinos Neues Rottmann, Kino Solln und Neues Rex sind im August die Filme MÜNCHEN IN INDIEN, SCHAFSTAGE, ALPGEISTER und JOY IN IRAN zu sehen. Bei allen Vorführungen wird Walter Steffen vor Ort zum Filmgespräch erwartet. Zu JOY IN IRAN kommt auch Susie Wimmer von den Clowns ohne Grenzen und wird eine Clownsshow zum Film präsentieren.

MÜNCHEN IN INDIEN (2013) proträtiert Walter Steffen Hannes Fritz-München, den einzigen deutschen Hofmaler der indischen Maharajas. In JOY IN IRAN (2019) begleitet der Regisseur die Clowns ohne Grenzen bei ihren Auftritten in iranischen Hilfseinrichtungen und Flüchtlingscamps. In seinem preisgekrönten Film ALPGEISTER (2019) erinnert er an die Mythen und Sagen in den bayerischen Alpen. SCHAFSTAGE (2023, zusammen mit Klaus-Peter Hütt) dokumentiert den letzten Bergsommer der Schafhirten Beppi Hornsteiner und mit ihm die Schafhalter im Mittenwalder Karwendelgebirge.

Am 9. März 1955 in Oberstdorf geboren wächst in Walter Steffen schon in ganz jungen Jahren die Liebe zum Film. Mit 15 beginnt er erste Gedichte, Kurzgeschichten und kleine Theaterstücke zu schreiben. Sein Fernweh führt ihn als Jugendlicher quer durch Europa. Nach seinem Abitur 1975 in Kempten absolviert er – wie er es nennt – sein „Studium des Lebens": Als junger Mann arbeitet er als Skilehrer, ist jüngster Hüttenwirt des Deutschen Alpenvereins in den Oberstdorfer Bergen, Hafenarbeiter in Rotterdam, Fabrikarbeiter, Landvermesser-Gehilfe und fährt als Trucker in den Nahen Osten und die arabischen Länder. Schon früh verfasst er kurze Drehbücher und produziert Super-8 Kurzfilme. Ein Praktikum an den Münchner Kammerspielen und schließlich ein Volontariat beim deutschen Filmregisseur Michael Verhoeven bringen ihn endgültig zum Film. Bis 1985 wirkt er als Aufnahmeleiter und Regie-Assistent bei diversen Fernseh- und Filmproduktionen mit. Danach realisiert er als freier Autor und Regisseur Industrie-, Schulungs- und Imagefilme sowie eigene fiktionale Kurzfilme, mit denen er erfolgreich an nationalen und internationalen Festivals teilnimmt.

Seit 1991 schreibt er zusammen mit seinem Co-Autor Manfred Birkl Drehbücher für Film und Fernsehen und entwickelt TV-Serien wie EDEL & STARK u.a. Insgesamt entstehen mehr als 50 Drehbücher, die filmisch umgesetzt und ausgestrahlt werden. 2007 gründet Walter Steffen seine eigene Firma (Konzept+Dialog. Medienproduktion) und realisiert seither als Autor, Regisseur und Produzent vor allem Dokumentarfilme, die er im Selbstverleih in die deutschen Kinos bringt. Bis 2025 entstehen 16 abendfüllende Filme. Ein Großteil ohne staatliche Filmfördergelder oder Fernsehbeteiligung. 2020 startet er mit seinem Filmpartner Steffen Mühlstein den Online-TV-Sender OLATV.de mit zahlreichen TV-Reportagen, Berichten und TV-Serien wie „MEIN DAHEIM im Oberland" (2 Staffeln à 6 Folgen) oder „Ratsch auf`m Bankerl" (3 Staffeln à 6 Folgen) mit Musikerpersönlichkeiten aus Oberbayern. Jüngstes Filmprojekt ist der Kinofilm EIN STUMMER HUND WILL ICH NICHT SEIN über den katholischen Priester Korbinian Aigner und den Kräutergarten am KZ Dachau.

Die Filme von Walter Steffen sind regelmäßig unter den jährlichen Doku-Kinohits. Vielfach wurde er für seine filmischen Werke ausgezeichnet. So erhielten seine Kurzfilme Preise in Locarno, Bilbao und Trondheim. 2010 wurde er mit dem Tassilo-Kulturpreis der Süddeutschen Zeitungen für seine dokumentarische Filmarbeit gewürdigt. 2011 erhielt er für die Holocaust-Dokumentation ENDSTATION SEESHAUPT den Bürgerkulturpreis des Landkreises Weilheim-Schongau. Der Film wurde zudem ins Archiv von Yad Vashem in Jerusalem aufgenommen.

Die Filme von Walter Steffen bei den 73. Münchner Filmkunstwochen:
Do 7.8.:  Schafstage, Neues Rex, 18 Uhr
Sa 9.8 :    ALPGEISTER, Kino Solln, 18:00 Uhr 
So 10.8:  MÜNCHEN IN INDIEN Uhr, Kino Solln, 11:00 Uhr 
So 17.8.: JOY IN IRAN, Neues Rottmann, 18 Uhr  (mit Clowns-Show mit Susie Wimmer & Regisseur)

JOY IN IRAN wird 2018 zum besten Kino-Dokumentarfilm beim Internationalen Filmfestival Bahia (Brasilien) gekürt und ALPGEISTER 2019 mit dem Sonderpreis „Dolomiten UNESCO Welterbe" beim internationalen Bozen Filmfestival ausgezeichnet. SCHAFSTAGE, den Walter Steffen gemeinsam mit Klaus-Peter Hütt realisierte, war 2024 in der offiziellen Auswahl zum Deutschen Dokumentarfilmpreis und einer der erfolgreichsten Kinodokumentarfilme in den bayerischen Kinos. Im Hochland-Kino in Garmisch-Partenkirchen lief dieser Film mehr als ein Jahr im Programm und wurde dort zum erfolgreichsten Film der vergangenen Jahrzehnte.
Traumraum Kino

Kino ist für Walter Steffen ein Traumraum, „in dem ich mich bereits ohne Film verlieren konnte". Das Kino wurde ihm zum Zufluchtsort und ist es nun schon 65 Jahre lang. Ein Leben ohne Kino ist für ihn nicht vorstellbar. Walter Steffen: „Unser Leben ist um so vieles reicher mit diesem wohligen, warmen und sicheren Raum, in dem wir gemeinsam in eine geträumte Wirklichkeit, in die Wirklichkeit eines Traums eintauchen und über die Kino-Geschichten und Abenteuer miteinander verbunden sind. Das Kino, in dem wir miteinander lachen, das uns in gemeinsamer Spannung hält, das uns zusammen weinen lässt und in dem wir von unseren Ängsten erlöst werden."

Pressestimmen – eine Auswahl:

„Eine spektakuläre Doku! Was für Bilder!" 
ARTE Metropolis über MÜNCHEN IN INDIEN

„Walter Steffen ist neben einer aufschlussreichen Geschichtsstudie eine ebenso zarte Liebeserklärung an das bayerische Oberland und seine stolzen Bewohner gelungen: Mit majestätischen Flugaufnahmen, echter Folkloremusik – und angenehm viel Ruhe."
DOK.fest München über FAHR MA OBI AM WASSER


„Der Dokumentarfilm würdigt die Arbeit der Schafhalter und der Hirten zu allen Jahreszeiten … … mit beeindruckenden Bildern!"
BR Fernsehen über SCHAFSTAGE

„Beeindruckende Bilder der Alpenwelt, persönliche Geschichten von Hirten, Schamanen oder Kräuterfrauen… „
dpa (Deutsche Presse-Agentur) über ALPGEISTER

„… ein wichtiger Beitrag zur Völkerverständigung…"
Münchner Merkur über JOY IN IRAN

„..ein außergewöhnlicher, berührender Film über die heilsame Kraft von Humor."
BR Fernsehen, Abendschau über JOY IN IRAN

Walter Steffen (re.) bei Dreharbeiten im Iran, 2017
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