Dießen – Die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung KAB Dießen lud jüngst zum Themenabend „Heute bestellt – morgen (aus-)geliefert" in den Dießner Traidtcasten, wo es vor allem um die Arbeit der Paketdienste ging. KAB-Vorstand Erwin Helmer stellte gleich zu Beginn die laufende „Aktion Faires Paket" der KAB vor, die zwei Ziele verfolgt: „Wir fordern zum einen, dass das Höchstgewicht von 31,5 kg für ein Paket auf maximal 20 kg begrenzt wird. Zum anderen muss die Beauftragung von Subunternehmen in der Zustellung verboten werden, da hier die meisten Missstände festgestellt werden. Es geht um deutlich besseren Gesundheitsschutz im Paketdienst."
Der Referent des Abends, der ehemalige Betriebsrat Manfred Stick, der auch Vorsitzender des Fachbereichs Postdienste Speditionen Logistik im ver.di Bezirk Allgäu war, beleuchtete die Entwicklung der letzten Jahre im Bereich Paketdienste: „Im Schnitt werden fast 16 Mio. Sendungen pro Tag zugestellt, es ist mit einer Zunahme der Sendungen von jährlich 7% zu rechnen. Damit steigt auch zunehmend die Belastung enorm. Laut einer Studie liegt die Paketbranche auf dem dritten Platz bei den Arbeitsunfähigkeits-Tagen. Viele Beschäftigte leiden unter Schäden des Bewegungsapparates. Auch die psychischen Belastungen haben zugenommen. Bis zu 300 Pakete hat ein Zusteller oder eine Zustellerin am Tag auszuliefern. Im Schnitt liefert ein Zusteller pro Tag ein Gewicht von zwei Tonnen aus. Das wiegt ungefähr ein Elefant!"
KAB und ver.di fordern deshalb ein Gesetz zur Sicherung von Arbeitnehmer/innen in der Paketbranche, Verbot des Einsatzes von Fremdpersonal und auch das Verbot von Werkverträgen. Stick verweist auf die dahingehenden positiven Erfahrungen, die in der Fleischindustrie gemacht wurden. Der Zoll sollte personell verstärkt werden, damit wirksamere Kontrollen möglich sind. Stick betonte, dass die Post AG mit ver.di Tarifverträge hat, die für die Paket-Branche eine Vorbildfunktion haben. Vor allem bei Subunternehmen müssen Beschäftigte unter oft widrigen Bedingungen arbeiten.
Zum Abschluss referierte Dr. Peter Cammerer, der in der Schulung von Betriebsräten aktiv ist, über die Wichtigkeit von Betriebsräten, nicht nur in der Paketbranche: „Ab 1.März bis 31.Mai 2026 finden überall in Deutschland Betriebsratswahlen statt. Es ist sehr wichtig, dass die Wahlbeteiligung hoch ist, damit Mitbestimmung wirklich stattfinden kann." Sozialpartnerschaft brauche faire Verhandler auf Augenhöhe, damit die Beschäftigten motiviert und mit Freude ihre Arbeit tun können.
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