Virtuelle Ausstellung aller Gewinner und Wettbewerbsteilnehmer des Realisierungswettbewerbs Schlossbergschule

Oberbürgermeisterin Doris Baumgartl (MItte) zusammen mit Ulla Höß (Leitung Kommunaler Hochbau, Stadt Landsberg, links) sowie Heike Heck (Schulrektorin der Grundschule am Spitalplatz und Pössinger Straße, Landsberg) bei der Präsentation des Siegerentwurfes Foto: Stadt Landsberg

Landsberg am Lech – Bereits im Sommer letzten Jahres fiel der Startschuss für den Realisierungswettbewerb zur Zusammenlegung der Grundschulen im Osten unserer Stadt mit ihren zwei Standorten am Spitalplatz sowie an der Pössinger Straße in den frei werdenden Räumlichkeiten bzw. Flächen der Schlossbergschule.

Bis Mitte November konnten die Teilnehmer des Wettbewerbs dann ihre Pläne und Modelle einreichen, über die ein Preisgericht am 11. Februar nun beraten hat.
Als Gewinner ging das Büro Victoria von Gaudecker Architektur, Hofstadt Architekten zusammen mit Zaharias Landschaftsarchitekten aus München hervor, deren Entwurf das Preisgericht unter dem Vorsitz von Prof. Dipl. Ing. Matthias Loebermann überzeugte.

Die für Landsberg namensstiftende „Landesburg" spiegelt sich in dem Siegerentwurf wieder. An der nördlichen, der Altstadt zugewandten Spitze des Schlossbergs entsteht ein Neubau mit polygonaler Satteldachlandschaft. Die der Stadt zugewandte Fassade wird dem Anspruch einer Stadtkrone gerecht. Der beliebte Aussichtspunkt über der Stadt bleibt erhalten und ist Teil einer verbesserten Wegebeziehung. Durch die Anordnung entsteht die Chance sowohl einen geschützten Schulhof als auch gleichzeitig eine intelligente Öffnung des Freiraumes nach Süden zu erreichen.

Diese großzügige Freifläche im Süden stärkt den idyllischen und landschaftlichen Charakter des Schlossbergs. Der Bereich des ehemaligen Bierkellers bleibt für die Öffentlichkeit erlebbar und bietet Raum für weitere Freizeitaktivitäten.

Der kompakte und wirtschaftlich organisierte Neubau wird vom Hof aus betreten und empfängt die Besucher in einer großzügigen Aula, an die ein Speiseraum und Musikraum anschließen. Die Nutzung als überdachter Pausenbereich bei schlechtem Wetter ist gut vorstellbar. Der Anschluss an den Bestandsbau erfolgt über eine kleine Schnittstelle. Im Obergeschoss entsteht mit dem polygonalen Marktplatz ein attraktiver Innenraum, um den sich verschiedene Klassen- und Gruppenräume anordnen. Insgesamt soll ein lebendiges Lerncluster als zeitgemäßes pädagogisches Konzept entstehen.

Die Außenfassade ist mit einer polygonal geknickten, geschlämmten Backsteinfassade mit Lochfenstern der bestehenden Stadtmauer nachempfunden.

Insgesamt ergeben die stadträumliche Setzung, die architektonische Gestalt und die innerräumliche Qualität einen höchst überzeugenden Beitrag an diesem für Landsberg so wichtigen Ort, so das Fazit des Preisgerichts. Der Entwurf des Architekturbüros von Gaudecker trifft den Kern des Bezuges: Die Kinder schauen auf ihre Stadt und die Stadt auf ihre Kinder.

Prof. Matthias Loebermann: „Versucht man kurz Bilanz zu ziehen über den Wettbewerb Schlossbergschule, so kann man feststellen, dass es eine große Vielfalt an unterschiedlichen Vorschlägen zur Bebauung in Ergänzung zum denkmalgeschützten Bestandsgebäude gegeben hat. Dies betrifft sowohl den Umgang mit dem Denkmal als auch die eigene architektonische Haltung der Verfasser, die von zurückhaltendem Weiterbauen bis hin zu radikalem Kontrast und einer kompromisslosen modernen Architektursprache reicht. Fast alle eingereichten Arbeiten haben sich für eine südliche Erweiterung entschieden.

Lediglich der Entwurf von Frau Prof. Gaudecker sieht einen polygonal geknickten Anbau nördlich des alten Internatsgebäudes vor, das dem Anspruch einer „Stadtkrone" unserer Ansicht nach am besten gerecht wird. Diese prägnante Setzung mit einem geschützten Schulhof ermöglicht großzügige Freiflächen im Süden auch für die Öffentlichkeit. Das Preisgericht sieht die städtebauliche Setzung als Chance für eine neue und angemessene Interpretation des Ortes.

Nach ausgiebiger und intensiver Diskussion aller beteiligten Preisrichter konnten wir uns einstimmig auf die Arbeit von Frau Prof. von Gaudecker als 1. Preis einigen, die einen sehr sensiblen Umgang mit dem Denkmal auszeichnet, ein neues Ensemble entwickelt, welches sich gegenseitig befruchtet und stärkt und diesem herausragenden Ort Landsbergs sicher gerecht wird. Ich wünsche allen Beteiligten fruchtbare Diskussionen, die zu einer baldigen Realisierung des Entwurfs führen."

Prof. Victoria von Gaudecker: „Der Wettbewerb hat unser Team mit Axel Hofstadt und Gabriella Zaharias von Beginn an begeistert. Es geht um einen eindrucksvollen Ort mit weit in die Vergangenheit reichender Historie und um eine anspruchsvolle Aufgabe: Für Schüler ist ein zeitgemäßer Identitäts- und Schutzraum zu gestalten, die Silhouette der Stadt Landsberg zu ergänzen, das Areal für die Allgemeinheit zu öffnen und so einen Erholungsort mit wunderschönen Ausblicken zu erschaffen. Das Zusammenspiel all dieser Faktoren ist in einem Entwurf zu vereinen ist eine Aufgabe, der wir uns in einem intensiven Entwurfsprozess mit viel Fingerspitzengefühl und Leidenschaft gestellt haben. Und so freut es uns besonders, dass unsere gestalterische Lösung die Jury überzeugen konnte und somit die Möglichkeit besteht, gemeinsam mit der Stadt an dieser Idee weiterzuarbeiten und für den Schlossberg ein neues Kapitel aufzuschlagen."

„Es freut mich, dass aus den zahlreichen Wettbewerbsvorschlägen ein Entwurf als Sieger hervorgegangen ist, der den Bezug zur historischen Architektur des Areals aufgreift und gleichzeitig eine für die Schüler und Lehrer moderne Lernatmosphäre schafft. Hinzu kommt, dass der gesamte südliche Bereich für die Öffentlichkeit frei bleibt. Die Landsbergerinnen und Landsberger können weiterhin den einzigartigen Blick oberhalb der Stadt genießen, der durch einen Aussichtsturm möglicherweise noch verstärkt werden kann", so Oberbürgermeisterin Doris Baumgartl, die wie Moritz Hartmann (2. Bürgermeister), Felix Bredschneijder (3. Bürgermeister) und Petra Ruffing (Stadtplanungsreferentin) der Jury des Preisgerichts angehörte.

Als weitere Preisträger wurden folgende Büros ermittelt:
2. Preis: Springer Architekten Gesellschaft mbH, Berlin mit RoosGrün, Weimar
3. Preis: MGF Architekten GmbH, Stuttgart mit Wiedemann + Schweizer Landschaftsarchitektur, Stuttgart

Die Stadt Landsberg freut sich, die Pläne und Modelle der Preisträger sowie aller weiterer Wettbewerbsteilnehmer im Rahmen einer virtuellen Ausstellung, die unter dem Link https://www.landherr- wehrhahn.de/entscheidungen/ ab 24.02.2021 besucht werden kann, vorstellen zu können.

Mit der Zusammenlegung der beiden Schulstandorte soll die 100-jährige Tradition der Schulnutzung auf dem Schlossberg fortgeführt werden.
Mit der unter Denkmalpflege geplanten Generalsanierung des bestehenden Baus und dessen Erweiterung werden die Voraussetzungen für eine 4-Zügigkeit der Grundschule und die zukünftig dringend benötigten Ganztagsangebote geschaffen werden.

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